Die Zusammenarbeit der Kantone Nidwalden, Obwalden und Uri steht seit 25 Jahren auf einem soliden Fundament. Angefangen hat alles mit einem gemeinsamen Weiterbildungsprogramm für Lehrpersonen, das im Schuljahr 2002/03 unter dem Namen NORI (Nidwalden, Obwalden, Uri) ins Leben gerufen wurde. Ziel war es, ein gebündeltes Weiterbildungsangebot für Lehrerinnen und Lehrer zu schaffen. Das erste Programm umfasste Kurse in fünf Hauptbereichen: Lehrpersonen und Schule, Pädagogik und Didaktik, Sprache und Medien, Mensch-Natur und Mitwelt sowie Gestaltung, Musik und Bewegung.

Im aktuellen Schuljahr hat sich das Kursprogramm auf rund 30 fachliche und überfachliche Rubriken erweitert, die sich am Lehrplan 21 orientieren. Hierbei sind etwa 3500 Anmeldungen für knapp 300 Kurse eingegangen, was die hohe Nachfrage und das Interesse an praxisnahen Weiterbildungsmöglichkeiten unterstreicht. Interessierten steht seit 2019 eine digitale Kursplattform zur Verfügung, die die Anmeldung zeitgemäß gestaltet und ausführliche Informationen zu den Angeboten bietet.

Evaluation und Ergebnisse

Im Frühling 2021 beauftragten die NORI-Kantone die Pädagogische Hochschule der Fachhochschule Nordwestschweiz mit einer umfassenden Evaluation. Diese hatte das Ziel, den Stand der Einführung des Lehrplans 21 zu überprüfen sowie die Erfahrungen der Beteiligten festzuhalten. Die Rückmeldungen waren durchweg positiv: Die Schulen in den NORI-Kantonen kommen bei der Umsetzung des Lehrplans 21 gut voran. Die Einführungskonzepte der drei Kantone haben sich bewährt, und die Rahmenbedingungen wurden durchweg positiv wahrgenommen.

Die Evaluation zeigte, dass die Mehrheit der Schulleiterinnen und Schulleiter sowie der Lehr- und Fachpersonen ein fundiertes Verständnis des Lehrplans 21 und des kompetenzorientierten Unterrichts erlangt hat. Besonders die Schulleitenden haben die erfolgreiche Umsetzung des Lehrplans als primäre Führungsaufgabe betrachtet. Dennoch gibt es Herausforderungen, insbesondere im Zyklus 3 (Sekundarstufe I), wo die Umsetzung des kompetenzorientierten Unterrichts als größte Hürde gilt. Die Lehrpersonen sehen sich mit Fragen der Notengebung und des Selektionsdrucks konfrontiert, was zusätzliche Herausforderungen mit sich bringt.

Ausblick und Zukunft

Die Ergebnisse der Evaluation liefern wertvolle Erkenntnisse zur Optimierung der Bildungsqualität durch Schul- und Unterrichtsentwicklungsprozesse. Im Kanton Obwalden werden beispielsweise die kantonalen Vorgaben zur Beurteilung überprüft, um die Verknüpfung zwischen förderorientierter Beurteilung und Zeugnisbeurteilung zu verbessern. Zudem zeigt die Evaluation das Bedürfnis nach Gestaltungsfreiräumen für fächerübergreifenden oder modulartigen Unterricht auf.

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Insgesamt wurden rund 12.000 Schülerinnen und Schüler sowie 1.500 Lehrpersonen und Schulleitungen in die Evaluation einbezogen, und die Befragung erfolgte durch Online-Fragebögen, ergänzt durch Gruppeninterviews und drei Fallstudien. Der Ausblick auf die Zukunft betont die Bedeutung von Zusammenarbeit, gemeinsamem Lernen und Offenheit für Wandel – Werte, die auch in der aktuellen Bildungslandschaft von zentraler Bedeutung sind.

Für die NORI-Kantone wird es nun darum gehen, die positiven Entwicklungen und die gewonnenen Erkenntnisse weiter zu nutzen, um die Qualität der Bildung für die kommenden Generationen zu sichern und zu fördern.