Heute ist der 20.05.2026, und in Neuenburg wird ein Thema heiß diskutiert, das viele Paare betrifft: der mögliche neue Beziehungsstatus, der als «Pacte civil de solidarité» oder einfach Pacs bekannt ist. In der Schweiz gibt es bereits seit dem 1. Juli 2022 keine Möglichkeit mehr, neue eingetragene Partnerschaften zu begründen. Der Grund? Die Einführung der Ehe für alle hat das alte Modell in die Geschichtsbücher verbannt. Das bedeutet, dass gleichgeschlechtliche Paare nun heiraten müssen, wenn sie ihre Beziehung rechtlich absichern wollen. Komisch, oder? Viele Paare sehnen sich nach einer Rückkehr zu einem Modell, das weniger formal, aber dennoch rechtlich abgesichert ist.
Der Pacs könnte genau das bieten. Er würde die Rechte und Pflichten von Paaren klar definieren, ohne den Druck einer Heiratszeremonie. In Frankreich, wo der Pacs nach der Öffnung der Ehe wieder eingeführt wurde, zeigt sich, dass solch ein Modell durchaus gefragt ist. Und auch in der Schweiz gibt es bereits Vorstöße auf Kantonsebene: Neuenburg und Genf haben den Pacs schon zurückgebracht. Das lässt hoffen!
Die Details des Pacs
FDP-Ständerat Andrea Caroni ist einer der treibenden Kräfte hinter der parlamentarischen Initiative zur Einführung des Pacs in der gesamten Schweiz. Die zuständigen Kommissionen haben sich bereits mit diesem Vorschlag beschäftigt, und der Ständerat hat sogar einen ersten Entwurf zur Umsetzung erarbeitet. Bevor die Sommersession beginnt, soll es eine Vernehmlassung zu diesem Entwurf geben. Das klingt nach Bewegung!
Ein paar interessante Punkte zum Pacs: Ein «verpacstes» Paar hätte keinen gesetzlichen Erbanspruch oder Pflichtteil im Todesfall, was sicherlich für einige ein gewisses Risiko darstellt. Aber der Pacs würde in Bezug auf Gütertrennung, Anerkennung von Kindern und Steuerfragen dem Konkubinat gleichgestellt sein. Partnerinnen könnten sich gegenseitig vertreten, wären zum Familienunterhalt verpflichtet und könnten die gemeinsame Wohnung nicht ohne Zustimmung kündigen. Bei einer Trennung könnte eine gemeinsame Erklärung ausreichen, um den Pacs aufzulösen. Praktisch, oder? Und das Beste: Der Pacs würde automatisch enden, wenn das Paar beschließt zu heiraten oder ein Partner stirbt.
Argumente für und gegen den Pacs
Natürlich gibt es auch kritische Stimmen. Gegnerinnen des Pacs sehen keinen wirklichen Nutzen, sondern vielmehr zusätzlichen administrativen Aufwand. Aber ist es nicht so, dass viele Paare einfach nach einer unkomplizierten Möglichkeit suchen, ihre Beziehung zu regeln? Schließlich könnten Paare bereits heute ihre Beziehung rechtlich absichern, etwa durch Testamente oder Vollmachten. Dennoch bleibt die Frage, ob das wirklich jedem Paar gerecht wird.
Wie auch immer man zu diesem Thema steht, es bleibt spannend. Der Pacs könnte eine interessante Lösung für all jene sein, die nicht heiraten möchten, aber dennoch ihre Beziehung rechtlich absichern wollen. In einer Zeit, in der sich die Vorstellungen von Partnerschaft und Familie ständig weiterentwickeln, könnte das eine willkommene Option sein. Man darf gespannt sein, wie sich die Diskussion weiterentwickelt und ob der Pacs tatsächlich Einzug in die Schweizer Gesetzgebung hält.