Die Vorfreude in Kreuzlingen ist förmlich greifbar! Vom 30. Mai 2026 bis zum 28. Februar 2027 findet im Museum Rosenegg die faszinierende Ausstellung „Neue Geschichten aus dem Stadtlabor“ statt. Unter dem Titel „unerhört unerforscht“ werden hier Objekte präsentiert, die mehr als nur Materie sind – sie tragen Geschichten in sich, die zum Staunen und Nachdenken anregen.

David Bruder, der Museumsleiter, hat uns bereits einen kleinen Vorgeschmack gegeben. Neue Objekte sind zur Sammlung hinzugekommen, und das macht die Sache spannend! Ein besonders bemerkenswerter Fund ist ein Koffer, der 1951 von Kreuzlingen nach Lübeck verschickt wurde. Er gehörte Albert Buchenhorner, einem Mann mit einer bewegten Vergangenheit. Geboren 1887 in Radolfzell und gestorben 1948 in Lübeck, bleibt die Frage offen, warum dieser Koffer so spät auf Reisen ging. Vielleicht gibt es eine Verbindung zur Schweiz oder zu seinen jüdischen Wurzeln – das bleibt rätselhaft.

Ein Aufruf an die Bevölkerung

Die Ausstellung möchte die Menschen aktiv einbinden. Unter dem Motto „Sammeln, mitmachen, ausstellen“ werden die Bürgerinnen und Bürger von Kreuzlingen eingeladen, ihre eigenen Objekte zur Verfügung zu stellen. Es ist eine Chance, die Vielfalt der Sammlung zu zeigen und neue Facetten der Stadtgeschichte zu entdecken. Viele Themen sind bisher wenig oder gar nicht erforscht, und das Projekt lässt die Herzen der Geschichtsliebhaber höher schlagen.

Die Neuzugänge im Depot sind beeindruckend und berührend. Einige Objekte haben bekannte Geschichten, während andere noch Rätsel aufgeben. So ist der Koffer aus den 1950er Jahren nicht nur ein Stück Vergangenheit, sondern auch ein Schlüssel zu möglichen Fluchtgeschichten zwischen Bodensee und Ostsee. Fragen über die Herkunft der Fotografien, die sich darin befinden, machen die Sache noch aufregender. Es ist fast, als würde man bei jedem Exponat ein Stück Geschichte aufdecken!

Ein Blick in die Zukunft

Um den Bestand des Museums für die Zukunft aufzuarbeiten, wird die Einführung der webbasierten Datenbank „Museum plus“ ein weiterer spannender Schritt sein. Das Ziel ist es, die Digitalisierung voranzutreiben und die Geschichten hinter den Objekten zugänglich zu machen. Freiwillige sind herzlich willkommen, um bei diesem wichtigen Projekt zu helfen. Gemeinsam können wir die Schätze unserer Kultur lebendig halten!

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Die Vernissage der Ausstellung findet am Freitag, den 29. Mai, um 19 Uhr statt. Ein Rahmenprogramm, das Vorträge umfasst – darunter einen von Peter Bretscher am 2. Juni über vergessenes Kulturgut – verspricht, die Besucher weiter zu fesseln. Es ist eine Gelegenheit, in die Welt der Geschichten einzutauchen und sich inspirieren zu lassen.

Kulturelle Teilhabe und Citizen Science

In einer Zeit, in der „Kultur für alle“ ein zentrales Anliegen ist, wie Hilmar Hoffmann bereits in den späten 1970er Jahren forderte, zeigt dieses Projekt eine Möglichkeit, kulturelle Teilhabe aktiv zu fördern. Der Diskurs über kulturelle Teilhabe hat sich multidisziplinär entwickelt, auch wenn das politische Postulat in der Praxis noch nicht ganz erfüllt ist. Die Frage, wer von kostenfreien Angeboten profitiert, und welche Barrieren es gibt, die nur etwa 10 % der Bevölkerung zu den „Kernpublikum“ kultureller Institutionen zählen lassen, sind zentral für die Diskussion.

Das Citizen-Science-Projekt, das hier ins Spiel kommt, ist ein spannender Ansatz zur Steigerung der kulturellen Teilhabe und zeigt, wie Institutionen vom zivilgesellschaftlichen Engagement lernen können. Durch die Zusammenarbeit mit Ehrenamtlichen wird ein Perspektivwechsel angestoßen, der für die praktische Umsetzung von kultureller Teilhabe entscheidend sein kann.

Insgesamt ist die bevorstehende Ausstellung im Museum Rosenegg nicht nur eine Gelegenheit, die eigene Geschichte zu entdecken, sondern auch ein Aufruf, aktiv Teil dieser Entdeckungsreise zu werden. Es bleibt spannend zu sehen, welche Geschichten und Objekte uns überraschen werden!