Ein Abschied voller Spuren: Wolfgang Gerbig und das Erbe der Schulsozialarbeit in Neuenburg
Heute ist der 15.07.2026, und in Neuenburg wird ein Kapitel geschlossen. Wolfgang Gerbig, der Schulsozialarbeiter an der Mathias-von-Neuenburg-Realschule, verabschiedet sich in den wohlverdienten Ruhestand. Nach über einem Jahrzehnt voller Engagement und kreativer Ideen hinterlässt er eine Lücke, die schwer zu füllen sein wird. Seit 2015 hat er das Leben an der Realschule mit seinen zahlreichen Projekten bereichert, und viele Schüler und Eltern werden ihm dankbar sein für die wertvollen Erfahrungen, die sie mit ihm teilen durften.
Gerbig war nicht nur ein Ansprechpartner für die Schülermitverwaltung und die Lehrer, sondern auch ein wahrer Ideengeber. Projekte wie der Streitschlichter, der Schülermedientag oder der Neuenburger Fußballcup sind längst Tradition geworden. Sein Einsatz für den richtigen Umgang mit sozialen Medien und Handys ist besonders bemerkenswert – ein Thema, das gerade in der heutigen Zeit von großer Bedeutung ist. Es ist schwer vorstellbar, wie die Gespräche mit ihm fehlen werden, denn er wusste, wie man einen Raum mit Energie erfüllt und gleichzeitig ein Ohr für die Anliegen der Schüler hatte.
Ein Erbe der Tradition
Die Tradition des Neuenburger Berufsinformationstags, den Gerbig mit initiiert hat, ist ein weiteres Beispiel für seine Weitsicht. Die Schüler haben durch solche Events nicht nur Einblicke in verschiedene Berufsfelder erhalten, sondern auch wertvolle Kontakte geknüpft. Aktivitäten im Wald zur Verbesserung des Klassenklimas und Sozialverhaltens der Schüler waren ein zusätzlicher Schritt in eine positive Richtung, die viele Schüler zu schätzen wussten. Auch die Einbindung der Eltern in seine Projekte fand großen Anklang und stärkte die Gemeinschaft.
Während Gerbig in den Ruhestand geht, bleibt er der Musik treu. Als Sänger und Komponist im Markgräflerland, bekannt unter dem Namen „Woger“, wird er auch weiterhin kreative Spuren hinterlassen. Es ist beruhigend zu wissen, dass er nicht ganz aus dem Blickfeld verschwinden wird.
Schulsozialarbeit im Wandel
<pDie Schulsozialarbeit hat in den letzten Jahren zunehmend an Bedeutung gewonnen. Eine bundesweite Studie, die über 5.000 Schulsozialarbeiter*innen befragte, hat die Vielschichtigkeit dieses Berufsfeldes beleuchtet. Es zeigt sich, dass die Mehrheit der Fachkräfte an Grundschulen oder Sekundarschulen tätig ist, und die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Trotz der positiven Rückmeldungen zu Arbeitsbedingungen und der Zusammenarbeit mit Lehrkräften gibt es Bereiche, in denen Handlungsbedarf besteht. Nur etwa 50 % der Befragten berichten von stabilen Strukturen im multiprofessionellen Team, und viele denken über einen Stellenwechsel nach – ein Zeichen für die Belastungen, die in diesem Berufsfeld oft allgegenwärtig sind.
Die Ziele der Schulsozialarbeit sind klar definiert: Es geht um die Förderung sozialer Kompetenzen, Unterstützung bei der Berufsorientierung und Prävention von Schulabbruch. Diese Ziele sind nicht nur theoretisch, sondern werden in der Praxis aktiv verfolgt. Innovative Programme, wie Mediationsprojekte zur Konfliktlösung, gewinnen an Bedeutung und zeigen, wie wichtig es ist, junge Menschen ganzheitlich zu fördern.
Die Zukunft der Schulsozialarbeit
Mit einem Blick in die Zukunft wird deutlich, dass die Schulsozialarbeit vor großen Herausforderungen steht. Politische und gesellschaftliche Unterstützung ist gefragt, um die Ressourcen zu verbessern und die Qualität der Angebote zu sichern. Der Bundeslandvergleich zeigt, dass es unterschiedliche Ansätze gibt, und vielleicht wird die gesetzliche Verankerung der Schulsozialarbeit im Saarland als Modell für andere Regionen dienen. Die Notwendigkeit von bundesweiten Qualitätsstandards könnte dazu beitragen, die Zusammenarbeit zwischen Schulen und sozialen Diensten zu optimieren.
Der Abschied von Wolfgang Gerbig markiert nicht nur das Ende einer Ära an der Mathias-von-Neuenburg-Realschule, sondern auch einen Moment der Reflexion über die Bedeutung von Schulsozialarbeit im Allgemeinen. Die Spuren, die er hinterlässt, werden die Schulgemeinschaft weiterhin prägen, und seine Ideen werden hoffentlich auch in Zukunft lebendig bleiben.
