Im malerischen Neuenburg wird im Centre Dürrenmatt eine ganz besondere Ausstellung präsentiert: «Babel – Hochmut kommt vor dem Fall». Diese spannende Schau widmet sich nicht nur den eindrucksvollen Werken von Friedrich Dürrenmatt, sondern auch den Arbeiten jüngerer Künstlerinnen und Künstler, die sich auf verschiedene Weise mit dem faszinierenden Thema des Turmbaus zu Babel auseinandersetzen. Die Ausstellung ist noch bis zum 16. August 2026 geöffnet und bietet einen tiefen Einblick in die menschliche Hybris und deren Folgen, die in der biblischen Erzählung verankert sind.

Friedrich Dürrenmatt (1921-1990) war ein Meister des Themas und ließ sich zeitlebens von antiken Gestalten und biblischen Motiven inspirieren. Besonders der Turmbau zu Babel, der den Zerfall der Sprache und den Zusammenbruch menschlicher Ambitionen symbolisiert, spielte in seinem Schaffen eine zentrale Rolle. In seinen Arbeiten thematisierte er die Absurditäten und den Zerfall der menschlichen Kommunikation, die sich aus überheblichem Streben ergeben können. Der Begriff Hybris, der für Überheblichkeit und Größenwahn steht, ist auch in der heutigen Zeit von brennender Aktualität.

Vielfältige künstlerische Perspektiven

Die Ausstellung zeigt nicht nur Dürrenmatts Werke, sondern auch beeindruckende Beiträge von zeitgenössischen Künstlern. Unter ihnen ist Line Marquis, die mit einem sieben Meter großen Wandbild einen imposanten Blickfang geschaffen hat. Hansjürg Buchmeier überrascht mit vier Bronzeskulpturen, die aus Architekturmodellen gefertigt wurden. Für die digitale Kunst sorgt Peter Aerschmann, während Antoinette Rychner mit ihren Texten zu sozialen und ökologischen Themen einen wichtigen Diskurs anregt. Die Künstlerin Erica Pedretti ergänzt die Ausstellung mit Installationen zum Thema «Ikarus», was das Spektrum der kreativen Auseinandersetzung mit der Thematik weiter bereichert.

Besonders bemerkenswert ist die Zeichnung von Dürrenmatt mit dem Titel «Turmbau I», die 1952 entstand. Diese Tuschezeichnung auf Papier zeigt eindrucksvoll die Thematik des Turmbaus und ist Teil der Sammlung des Centre Dürrenmatt Neuchâtel. Sie hat die Maße 41,3 x 29,2 cm und wird von der Bibliothèque nationale suisse verwaltet. In dieser Zeichnung wird die Bildsprache Dürrenmatts deutlich, die auch in seinen späteren Arbeiten immer wiederkehrt.

Ein Blick in die Archive

Die Auseinandersetzung mit dem Turmbau zu Babel zieht sich durch Dürrenmatts gesamtes Werk. Eine Zeichnung aus dem Jahr 1948, die als Konzept zu einem geplanten Stück diente, verdeutlicht dies. Sie zeigt eine dramatische Szene mit einem Kurrubi und Nebukadnezar, vor dem Hintergrund des Turmbaus zu Babel. Diese Zeichnung ist Teil des Archivplans, der zahlreiche Dokumente und Werke von Dürrenmatt umfasst und unter helveticarchives.admin.ch eingesehen werden kann.

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Gabriel Grossert, der neue Leiter des Centre Dürrenmatt, hat bereits verschiedene Veranstaltungen rund um die Ausstellung geplant, um die Besucher in die faszinierende Welt Dürrenmatts und seiner Zeitgenossen einzuführen. Diese Veranstaltungen versprechen, spannende Einblicke in die künstlerische Auseinandersetzung mit der Thematik zu geben und die Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart zu schlagen.

Die Ausstellung im Centre Dürrenmatt ist mehr als nur eine Retrospektive; sie ist eine Einladung, über die Grenzen der Sprache und die menschlichen Ambitionen nachzudenken und sich mit den Fragen von heute zu beschäftigen.