Rolf Blättler. Ein Name, der in der Welt des Schweizer Fußballs immer noch für Aufsehen sorgt. In den 1960er und 1970er Jahren war er nicht nur ein Spieler, sondern ein ganzes Stück lebendige Geschichte des Fußballs. Als er 1972 vom FC Basel, dem damaligen Meister der Nationalliga A, zu St. Gallen wechselte, war das wie ein Sprung ins kalte Wasser. St. Gallen war damals ein Abstiegskandidat – ein Risiko, das sich für Blättler jedoch auszahlte.

Seine Zeit bei den Grasshoppers begann 1963, und nur drei Jahre später feierte er sein Debüt in der Nationalmannschaft. Erinnerungen werden wach, wenn man an das EM-Ausscheidungsspiel 1967 gegen Rumänien denkt – Blättler erzielte gleich zwei Tore beim beeindruckenden 7:1. Doch es war das Jahr 1970, das ihn ins kollektive Gedächtnis der Fußballfans einbrannte. In einem legendären Spiel gegen Frankreich, das erste live in Farbe vom Schweizer Fernsehen übertragen, schoss er beide Tore zum 2:1-Sieg. Ein Moment, der nicht nur für ihn, sondern auch für die gesamte Nation von Bedeutung war.

Ein Kapitän mit Herz

1977 schließlich wurde Blättler Kapitän im Cupfinal gegen die Young Boys. Auch wenn das Spiel verloren ging, war seine Rolle als Anführer unbestritten. Er half dem FC St. Gallen, sich von einem Abstiegskandidaten zu einem beständigen Team in der Nationalliga A zu entwickeln. Mit der Nummer 10, die damals als höchste Weihe unter den Fußballern galt, lief er auf dem Platz – ein wahrer Chef auf dem Rasen.

Seine Karriere endete nicht mit dem Fußball. Nach den aktiven Jahren als Spieler und Spielertrainer beim FC Luzern und FC Locarno, fand er eine neue Leidenschaft: Tennis. Im Alter von 37 Jahren griff er zum Schläger und wurde drei Mal Schweizer Meister in seiner Altersklasse. Lustig, oder? Wer hätte das gedacht! Und während andere vielleicht in den Ruhestand gehen, hat Blättler einfach eine neue Herausforderung gesucht.

Lebenswege und Rückkehr ins Alltagsleben

Doch das ist nicht alles. Neben dem Sport arbeitete Blättler halbtags als Autoverkäufer und später als Versicherungsexperte. Ein ganz normaler Alltag, der sich gut in die beeindruckende Karriere einfügt. Heute lebt er in Minusio im Tessin, wo das Leben etwas ruhiger und sonniger verläuft. Er hat sich einen Platz in der Geschichte des Schweizer Fußballs erarbeitet, doch seine bescheidene Art hat ihn immer am Boden gehalten.

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Werfen wir einen Blick auf den FC St. Gallen selbst. Gegründet am 19. April 1879, hat der Verein eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich. Von den ersten Wettkämpfen im 19. Jahrhundert bis hin zu den glorreichen Zeiten, in denen sie Schweizer Meistertitel gewannen, hat der Club so viele Höhen und Tiefen durchlebt. Und wie in jedem guten Fußballmärchen, gehört auch das Auf und Ab dazu. Ob der Abstieg in die zweite Liga 1932 oder die Rückkehr in die Nationalliga A 1948/49 – der FC St. Gallen hat sich immer wieder zurückgekämpft.

In der Saison 1999/2000 konnten sie nach 96 Jahren wieder einen Meistertitel feiern, und es folgten viele weitere spannende Kapitel. Auch die jüngeren Jahre waren nicht weniger aufregend, mit Rückkehr in die Super League und der Teilnahme an europäischen Wettbewerben. Der FC St. Gallen ist nicht einfach nur ein Verein – er ist ein lebendiges Stück Schweizer Fußballgeschichte, das von Spielern wie Rolf Blättler geprägt wurde.