Am 6. Juli 2026 wird die Stadt Luzern, die in der Schweiz für ihre atemberaubenden Landschaften und die uralte Kultur bekannt ist, erneut zum Schauplatz eines bemerkenswerten Kapitels ihrer Geschichte. In der Vergangenheit waren Schützenfeste nicht nur einfache Veranstaltungen, sondern gesellschaftliche und patriotische Großereignisse, die die Menschen über den Röstigraben hinweg vereinten. Das erste Schützenfest wurde 1832 anlässlich des 500-jährigen Bundesbeitritts ausgerichtet. Luzern hat mit sechs Austragungen die Nase vorn, während Zürich mit fünf, und Aarau, Bern sowie Chur mit jeweils vier Austragungen folgen. Aktuell findet die 59. Ausgabe in Chur statt, und es ist ein ganz besonderer Anlass, der die Gemeinschaft zusammenbringt und alte Traditionen lebendig hält.

Die Schützenfeste sind nicht nur ein Ort des Feierns, sondern auch ein Rückblick auf die Vergangenheit. Das 27. Eidgenössische Schützenfest von 1901 hinterließ seine Spuren in der Stadt, mit einer beeindruckenden Festhütte am Bahnhofplatz. Erinnerungen an das Schießgelände am Alpenquai, das mit Aushubmaterial aus dem Bahneinschnitt von 1896 aufgeschüttet wurde, sind bis heute präsent. Eine Kulissenburg, die wie ein romantisierendes Bauwerk im Historismus-Stil wirkte, gab dem Festumzug einen besonderen Charme. Meisterschütze Wilhelm Tell, der wohl bekannteste Held der Schweiz, war sowohl am Bauwerk als auch am Festumzug präsent und verkörperte die Geschichte der Stadt auf lebendige Weise.

Die Geschichte des Friedens in Luzern

Im Jahr 1902 wurde das weltweit erste Kriegs- und Friedensmuseum in Luzern eröffnet, das in der Festhütte des Schützenfestes untergebracht war. Dieses burgähnliche Gebäude im neugotischen Schweizerstil war nicht nur ein Anziehungspunkt für Touristen, sondern auch ein Ort des Nachdenkens über Frieden und Völkerrecht. Initiiert von dem polnischen Industriellen und Pazifisten Jan Bloch, zog das Museum jährlich bis zu 65.000 Besucher an, die sich für die ausgestellten Kriegsgemälde und Exponate interessierten.

Doch der Erste Weltkrieg brachte Veränderungen mit sich: Die Besucherzahlen sanken dramatisch, was 1919 zur Liquidation des Museums führte. Heute erinnert das Gebäude an der Museggstrasse, in das das Museum 1910 umzog, an diese bewegte Zeit. An seiner Stelle befinden sich nun die Kantonsschule Musegg und die Pädagogische Hochschule Luzern. Auch die Erinnerung an das Friedensmuseum lebt weiter – in der Friedenstrasse, im Hotel de la Paix und dem Fresko „Friede schlägt den Krieger“ von Hans Zürcher.

Ein Blick in die Gegenwart

Die Festhütte selbst hatte nach ihrer Nutzung als Museum viele Gesichter – als Rollschuhbahn, Stereorama, Verkaufsmesse und für Großveranstaltungen. 1931 wurde das beeindruckende Gebäude abgerissen, um Platz für das neue Kunst- und Kongresshaus zu schaffen. Diese Entscheidung spiegelt den ständigen Wandel der Stadt wider, die sich stets neu erfindet und gleichzeitig ihre Wurzeln nicht vergisst.

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Besucher der Stadt Luzern können die Bildergalerie zur Geschichte des temporären Bauwerks und seiner vielfältigen Nutzungen im Stadtarchiv erkunden. Regelmäßige Aktualisierungen in der Rubrik „Ereignisse in Bildern“ bieten zudem einen spannenden Einblick in aktuelle Anlässe und Jahrestage. Wer tiefer in die Geschichte eintauchen möchte, findet alle Galerien unter www.bildergalerien-stadtarchiv.stadtluzern.ch, während weitere Informationen über das Stadtarchiv unter www.stadtarchiv.stadtluzern.ch verfügbar sind.

Luzern, die Stadt des Friedens, sieht sich heute in der Tradition ihrer Vergangenheit und wird durch den 2003 gegründeten Verein LIPS – Lucerne Initiative for Peace and Security weiterhin als eine Stadt des Friedens gefördert. So hat die Stadt nicht nur eine bewegte Geschichte, sondern auch einen klaren Blick in die Zukunft – voller Hoffnung, Zusammenhalt und der gemeinsamen Vision einer friedlicheren Welt.