In Luzern wird ab Samstag eine ganz besondere Ausstellung eröffnet, die selbst die Herzen der Kunstliebhaber höher schlagen lässt. Unter dem Namen fundkunst.ch werden rund 2000 zurückgelassene Kunstwerke präsentiert – ja, richtig gehört, Kunstwerke! Man könnte meinen, dass in Zügen und auf Flughäfen nur Schirme und Handys verloren gehen, aber weit gefehlt. Hier haben wir es mit Bildern, Postern und sogar Büchern zu tun, die auf neuen Besitz warten.

Die Ausstellung findet am Kapellplatz 5 statt und läuft bis zum 20. Juni. Was uns besonders begeistert: Die ausgestellten Objekte sind nicht nur zum Bestaunen da, sie können auch direkt vor Ort gekauft werden. Die Preisspanne reicht von einem Franken für einfache Postkarten bis hin zu über 2000 Franken für wertvollere Stücke. Und das wird alles von fundsachenverkauf.ch festgelegt, die durch Recherchen und Vergleiche die Preise ermitteln. Kaum zu fassen, dass solche Schätze unentdeckt im Keller der Datenbank des Lebens verweilen!

Kunst, die auf einen neuen Besitzer wartet

Insgesamt umfasst die Ausstellung eine beeindruckende Sammlung: etwa hundert gehängte Gemälde, Grafiken, Fotografien und sogar Skulpturen. Das Ganze erstreckt sich über zwei Stockwerke – da ist für jeden Kunstgeschmack etwas dabei! Man fragt sich, warum Kunstkenner nicht oft die verlorenen Werke besuchen. Vielleicht liegt es daran, dass viele Kunstwerke einfach nicht die Aufmerksamkeit bekommen, die sie verdienen, und so unverkauft im Schatten der anderen Fundgegenstände verweilen.

Wenn man bedenkt, dass monatlich über 200.000 Fundstücke verarbeitet werden, ist die Menge an verlorenen Schätzen wirklich enorm. Viele Objekte finden zwar einen neuen Besitzer, aber die Kunst bleibt oft auf der Strecke. Das ist nicht nur in Luzern so. Auch im internationalen Kunsthandel gibt es eine Vielzahl von verlorenen und gestohlenen Kunstwerken, die in Datenbanken wie dem Art Loss Register erfasst werden.

Ein Blick über die Grenzen hinaus

Das Art Loss Register, gegründet 1990, ist die größte Datenbank für solche Fälle weltweit. Mit über 700.000 Einträgen bietet sie einen umfassenden Überblick über verlorene und gestohlene Kunstwerke. Ursprünglich lag der Fokus auf Verlusten, die während des Dritten Reichs und des Zweiten Weltkriegs entstanden sind. Das FBI Art Crime Team hat seit 2004 über 15.000 Kunstgegenstände sichergestellt – eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie wichtig diese Arbeit ist.

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Der Austausch und die Zusammenarbeit zwischen Kunsthändlern, Versicherungsunternehmen und sogar der Polizei sind entscheidend, um verlorene Kunst zurückzubringen. Es ist irgendwie tröstlich zu wissen, dass trotz aller Widrigkeiten, jährlich etwa 450.000 Abfragen in der Datenbank erfolgen. Es gibt Hoffnung, dass auch kleine Kunstwerke eines Tages wieder ans Licht kommen.

Wirst du vielleicht selbst ein Stück dieser vergessenen Geschichte mit nach Hause nehmen? Die Ausstellung fundkunst.ch bietet die perfekte Gelegenheit, nicht nur ein Kunstwerk zu erwerben, sondern auch ein Stück der Geschichte zu bewahren. Und wer weiß, vielleicht entdeckst du ja ein kleines Kunstwerk, das nur darauf wartet, dass jemand ihm ein neues Zuhause gibt.