Das Zelt, das größte mobile Theater der Schweiz, hat seine laufende Tournee aufgrund finanzieller Probleme abrupt gestoppt. Ein wahrer Schock für die Kulturfreunde in Luzern und St. Gallen! Die geplanten Shows in St. Gallen vom 20. Mai bis 14. Juni auf der Kreuzbleiche sowie die Vorstellungen in Luzern in der zweiten Junihälfte auf der Allmend fallen allesamt aus. Ingesamt sind 17 Vorstellungen und drei Corporate Events betroffen. Die Absage trifft nicht nur die Zuschauer, sondern vor allem die 73 Künstlerinnen und Künstler, die sich auf ihre Auftritte gefreut haben. Dazu gehören Namen wie Remo Forrer, Piero Esteriore und Börni Höhn – das ist echt bitter!
Direktor Adrian Steiner kämpft ums Überleben dieser wichtigen Kulturplattform. Die Gründe für die finanzielle Misere sind vielschichtig, reichen bis in die Corona-Zeit zurück. Hohe Transport- und Logistikkosten für das imposante Zelt „The Dome“ (das Platz für bis zu 5000 Gäste bietet) haben das Budget schwer belastet. Und das ist noch nicht alles: Gagen für die Künstler fallen weg, da es keine Ausfallversicherung gibt. Bittere Konsequenzen für alle Beteiligten!
Liquiditätsengpässe und Rettungspläne
Die Ticket-Rückerstattungen verzögern sich aufgrund von Liquiditätsengpässen, was verständlicherweise für Unmut sorgt. Die Führung arbeitet intensiv an einem Rettungsplan. Die Optionen sind vielfältig: Der Verkauf oder ein stationärer Betrieb von „The Dome“ steht auf der Agenda, ebenso eine Rückkehr zum günstigeren Chapiteau-Zelt. Bisher haben fast 250.000 Franken durch ein neues Teilhabermodell gesammelt werden können – ein Lichtblick in dieser düsteren Lage.
Rund 70 Mitarbeitende müssen ab Juni auf Kurzarbeit gesetzt werden, was die Situation noch prekärer macht. In der Kultur ist es oft ein Drahtseilakt zwischen Kreativität und finanziellem Überleben. Die Pandemie hat den gesamten Sektor schwer getroffen, mit einem Umsatzrückgang von bis zu 90% im Bereich der darstellenden Künste. Die Ungewissheit, die durch ständige Absagen und Umplanungen verursacht wurde, hat viele Kulturschaffende an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht.
Kulturelle Teilhabe und der Blick nach vorn
Ein positiver Aspekt ist, dass die Krise auch zu einer stärkeren Zusammenarbeit unter einheimischen Kulturschaffenden geführt hat. Die Pandemie hat uns gezwungen, neue Wege zu finden, um kulturelle Teilhabe zu fördern und das Publikum einzubeziehen. Es ist einfach wichtig, neue Formate zu entwickeln, die sowohl online als auch offline funktionieren. Die Lehren aus dieser Zeit könnten langfristig zu einem besseren Zugang zur Kultur führen.
Die Hoffnung auf einen Neustart im Herbst bleibt bestehen. Wir dürfen also gespannt sein, ob „Das Zelt“ die Herausforderungen meistern kann. Und sollten wir uns auf die Rückkehr des Duos von Divertimento freuen können! Die Vorfreude auf ein blühendes Kulturleben ist ungebrochen – trotz aller Widrigkeiten.