Heute ist der 8.05.2026 und die Diskussion um den Ausweichverkehr in Graubünden wird immer lebhafter. Autofahrer, die sich durch die malerischen Dörfer schlängeln, um dem Verkehr auf der A13 zu entkommen, sind ein bekanntes Bild – und das sorgt für ordentlich Unruhe. Die Bündner Regierung denkt nun laut darüber nach, ein Durchfahrtsverbot einzuführen, ganz im Stile von Birsfelden. Dort gilt seit 2025 ein Verbot auf mehreren Quartierstraßen, das dem nervigen Ausweichverkehr den Kampf ansagen soll.

Anita Mazzetta, die Grossrätin der Grünen, hat sich ganz klar positioniert: Die Belastung für viele Gemeinden ist nicht mehr tragbar. An den Wochenenden ist der Verkehr auf den Straßen so dicht, dass ganze Dörfer nahezu blockiert werden. Ihre Forderung klingt deutlich: Die Regierung soll prüfen, ob das Birsfelder Modell – mit einer automatischen Durchfahrtskontrolle – auch in Graubünden Anwendung finden kann. Anders als in Birsfelden könnte das Modell hier allerdings ganze Dörfer und Kantonsstraßen betreffen.

Technologische Lösungen und neue Ampeln

Um dem Verkehrschaos Herr zu werden, hat Graubünden bereits einige Maßnahmen ergriffen. Dazu zählen unter anderem vier neue Ampeln, die entlang der A13 installiert werden, um den Ausweichverkehr besonders an Feiertagen zu reduzieren. Diese Ampeln, die sich in Rothenbrunnen, Domat/Ems und Bonaduz befinden, sollen ab Ostern 2026 ihren Dienst antreten. Das klingt nach einer vielversprechenden Lösung, die auf einem erfolgreichen Pilotversuch in Zizers basiert. Der Clou? Bei hohem Verkehrsaufkommen wird eine LED-Anzeige aktiviert, die auf die Verkehrsüberlastung hinweist, und eine integrierte Zeitanzeige zeigt, wie lange es bis zur nächsten Grünphase noch dauert.

Doch das ist nicht alles! Auch das Bundesamt für Strassen (Astra) hat den Handlungsbedarf erkannt und plant neue Verkehrssysteme auf der A13. Geschwindigkeitssteuerung und Gefahrenwarnung stehen auf der Agenda. Außerdem soll der Pannenstreifen zwischen Landquart und Sarganserland temporär genutzt werden. Das Ziel? Verkehrssicherheit erhöhen und den Verkehrsfluss auf der vielbefahrenen Nord-Süd-Achse verbessern.

Politische Diskussion und Herausforderungen

Es gibt auch Stimmen, die fordern, den Verkehr auf Einheimische zu beschränken. Eine Motion dazu wurde 2025 jedoch abgelehnt. Die rechtlichen Vorgaben sind klar: Die Durchgangsstraßenverordnung des Bundes verlangt, dass Kantons- und Gemeindestraßen für den allgemeinen Verkehr offen bleiben. Ein Pilotversuch im Jahr 2022 offenbarte einige Schwierigkeiten, etwa bei der Definition von „Einheimischen“, was zu Staus führte.

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Die Herausforderungen sind also vielfältig. Thomas Gort von der SVP hat ebenfalls einen Vorstoß eingereicht, um strengere Maßnahmen zu fordern. Interessanterweise haben Mazzetta und Gort fast gleichzeitig ihre Vorstöße eingereicht, unterstützt von ihren Fraktionen. Es scheint, als wäre der politische Druck gewachsen, um Lösungen in Bern zu erreichen.

In der Zwischenzeit testete Domat/Ems kürzlich eine Straße, die nur Einheimischen offenstand. Das zeigt deutlich, wie groß der Handlungsdruck ist. Der Verkehr entlang der A13 ist seit Jahren ein Problem, besonders an Spitzentagen. Die Aufmerksamkeit, die das Birsfelder Modell sowohl national als auch international erregte, könnte Graubünden anstacheln, mutige Entscheidungen zu treffen. Ehrlich gesagt, es bleibt spannend, wie sich die Verkehrspolitik hier weiterentwickeln wird.