Mitte im Umbruch: Bregys frischer Wind und die Herausforderungen der Wahlen
Heute ist der 17. Juni 2026, ein Tag, der für die Mitte-Partei in Glarus mit gemischten Gefühlen verbunden ist. Philipp Matthias Bregy, der am 17. Juni 2025 das Präsidium von Gerhard Pfister übernommen hat, hat seither viel auf dem Tisch. Der neue Präsident zeigt sich in seiner kollegialen Führung deutlich anders als sein Vorgänger, der für seinen straffen Stil bekannt war. Doch trotz dieser neuen Ausrichtung bleibt die Mitte ein wichtiger Machtfaktor im Parlament und auch bei den Bürgern. Doch die kantonalen Wahlen in Glarus und Graubünden, die am 12. Juni 2026 stattfanden, haben den Optimismus etwas gedämpft.
Die Ergebnisse sind ernüchternd: In Graubünden hat die Mitte einen von drei Sitzen im Regierungsrat verloren und auch im Grossen Rat musste sie sechs Mandate abgeben. In Glarus hat sich die Anzahl der Sitze im Landrat von zwölf auf neun reduziert. Bregy selbst räumt ein, dass man sich mehr von den Wahlen versprochen hatte. Besonders die 10-Millionen-Initiative der SVP hat als negativer Einfluss auf die Wahlen in ländlichen Regionen gegolten. Und wie es scheint, ist die Fusion von CVP und BDP mehr ein Verlustgeschäft, insbesondere in den Hochburgen der BDP.
Erfolge und Herausforderungen
Doch nicht alles ist verloren. Bei nationalen Abstimmungen am selben Tag konnte die Mitte Erfolge feiern und stand gleich zweimal auf der Siegerseite. Der Nationalrat stimmte für einen Antrag der Mitte zur Rücksendung des AKW-Bauverbots an den Bundesrat. Bei der Finanzierung der 13. AHV-Rente hingegen war die Mitte weniger erfolgreich; hier wurde nur eine Erhöhung der Mehrwertsteuer um 0,4 Prozent unterstützt. Interessanterweise steht die Schlussabstimmung zur AHV-Rente noch aus, und das Stimmvolk könnte Ende November über die Mehrwertsteuererhöhung entscheiden.
Die Mitte hat auch die Fairness-Initiative ins Leben gerufen, um die steuerliche Heiratsstrafe abzuschaffen. Diese Initiative soll trotz interner Bedenken zur Abstimmung gebracht werden. Besonders junge Frauen, die häufig die Individualbesteuerung unterstützen, stehen hierbei im Fokus. Die Delegierten der Mitte haben fast einstimmig eine Nein-Parole zur Steuergerechtigkeits-Initiative der FDP-Frauen gefasst, da diese nicht die Heiratsstrafe beseitigen und neue Ungerechtigkeiten schaffen könnte.
Ein Blick in die Zukunft
Der neue Kurs unter Bregy bringt frischen Wind, doch die Herausforderungen sind nicht zu unterschätzen. Ständerat Pirmin Bischof hat betont, dass die Mitte keine Referendumspartei sei, aber man wolle nun eine werden. Mit nur einer Gegenstimme haben die Delegierten beschlossen, zusammen mit SVP und EVP das Referendum zu ergreifen. Die Fairness-Initiative selbst sieht vor, dass für die Bundessteuer neben der gemeinsamen Besteuerung auch die individuelle Besteuerung möglich sein soll. Die Juso-Initiative für eine nationale Besteuerung von Millionen-Erbschaften wurde hingegen als chancenlos angesehen.
Die Mitte, die sich am 1. Januar 2021 durch die Fusion von CVP und BDP gründete, hat sich dem Ziel verschrieben, den Zusammenhalt der Schweiz zu fördern. Die Ideologie vereint Elemente der Christdemokratie, des Konservatismus und des Wirtschaftsliberalismus. Mit einem Wähleranteil von 14,1 Prozent bei den Nationalratswahlen 2023 stellt die Partei die drittstärkste Fraktion dar. Auch in der Bundesversammlung ist die Mitte mit 15 von 46 Sitzen im Ständerat und 29 von 200 Sitzen im Nationalrat vertreten.
Es bleibt spannend, wie sich die politische Landschaft in der Schweiz weiterentwickeln wird. Die Mitte hat sich viel vorgenommen, und mit Bregy an der Spitze könnte es der Partei gelingen, neue Wählergruppen zu erreichen und den Platz im politischen Spektrum zu festigen. Doch die Herausforderungen sind groß und werden nicht über Nacht gelöst. Schauen wir, was die Zukunft bringt!
