Heute ist der 29.06.2026, und während wir in Glarus die warmen Sonnenstrahlen genießen, sollten wir auch einen Blick auf ein weniger erfreuliches Thema werfen: die Gefahren durch gebietsfremde Tiere und Pflanzen, die in unsere Gewässer gelangen. Es klingt irgendwie harmlos, wenn man darüber nachdenkt, doch das Aussetzen von Aquarienbewohnern oder Gartenteichpflanzen in die Natur kann verheerende Folgen haben. Tatsächlich ist es nicht nur schädlich für die Biodiversität, sondern auch strafbar! Wer hätte gedacht, dass ein kleiner Goldfisch oder eine bunte Schildkröte solch einen Aufruhr anrichten könnten?

In den Kantonen Glarus, Genf und Tessin breiten sich bereits das Schmalrohr und die Nuttalls Wasserpest aus. Die beiden stammen aus fernen Ländern und haben es sich hier so richtig gemütlich gemacht. Das Schmalrohr, das ursprünglich aus Afrika kommt, bildet dichte Teppiche auf dem Wasser und stört damit nicht nur die Schifffahrt, sondern verdrängt auch einheimische Arten wie die Laichkräuter. Und die Nuttalls Wasserpest? Die überlebt den Winter, was sie zu einer hartnäckigen Bedrohung macht. Dabei ist es oft die Unachtsamkeit von Aquarienbesitzern, die diesen unerwünschten Gästen den Weg in unsere Gewässer ebnet.

Die Verantwortung von Aquarien- und Teichbesitzern

Die Behörden empfehlen Aquarien- und Gartenteichbesitzern, sich vor der Anschaffung von Tieren und Pflanzen gut zu überlegen, ob sie auch die nötige Zeit und den Platz für die Pflege haben. Es ist wichtig, dass keine Lebewesen entkommen und man keine Tiere oder Pflanzen aus dem Ausland importiert. Wer nicht mehr für seine Tiere sorgen kann, sollte sich um ein neues Zuhause im Bekanntenkreis oder über seriöse Plattformen kümmern. Auch Auffangstationen oder Tierarztpraxen können helfen, wenn die Verantwortung zu groß wird.

Gerade die heimischen Wasser- und Sumpfpflanzen sind von großer ökologischer Bedeutung. Sie fördern die Biodiversität und sind in Wildstaudengärtnereien erhältlich. Eine grüne Liste gibt Auskunft über die regional passenden Arten, je nach Zone – sei es Sumpf-, Flach- oder Tiefwasserzone. Beispiele sind die Wasserminze für die Sumpfzone oder die Große Teichrose für die Tiefwasserzone. Das klingt nicht nur gut für unsere Gewässer, sondern schmeckt auch dem umherziehenden Königstiger, der sich gerne in solchen Biotopen aufhält.

Die Gefahren durch invasive Arten

Doch woher kommen diese invasiven Arten eigentlich? Nach der Entdeckung Amerikas durch Kolumbus wurden viele Tier- und Pflanzenarten absichtlich oder zufällig in neue Gebiete eingeschleppt. Der Begriff „Neobiota“ umfasst all diese gebietsfremden Arten, die sich oft sprunghaft ausbreiten, vor allem wenn die Bedingungen günstig sind. Sie können einheimische Arten bedrohen, wirtschaftliche Schäden verursachen oder sogar gesundheitliche Risiken mit sich bringen. Ein Beispiel dafür ist die Amerikanische Flusskrebsart, die eine gefährliche Pilzinfektion namens Krebspest verbreitet hat und damit den europäischen Edelkrebs fast ausgerottet hat. Das ist nicht nur traurig, sondern auch alarmierend!

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Die Auswirkungen dieser invasiven Arten sind nicht zu unterschätzen. Schätzungen zufolge gibt es in der Europäischen Union rund 12.000 gebietsfremde Arten, von denen 10 bis 15 Prozent als invasiv gelten. Die wirtschaftlichen Folgekosten dieser Arten belaufen sich EU-weit auf mindestens 12 Milliarden Euro jährlich. Das sind Zahlen, die einem den Atem rauben können. Und bei uns in der Schweiz? Da ist die Situation nicht viel anders, und der Klimawandel scheint die Ausbreitung invasiver Arten noch zu begünstigen. Merkwürdigerweise haben wir hier in Glarus bisher Glück, da das Schmalrohr noch nicht aufgetaucht ist. Aber wie lange bleibt das so?

Es ist also an der Zeit, Verantwortung zu übernehmen und sich bewusst zu machen, dass wir die Natur nicht nur genießen, sondern auch schützen müssen. Die Empfehlungen sind klar: kein Aussetzen, kein Entleeren von Aquarienwasser in Gewässer und vor allem, die einheimischen Arten zu schätzen wissen. Schließlich ist die Biodiversität nicht nur ein Wort, sondern unser aller Erbe. Also, lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass unsere Gewässer weiterhin sauber und lebendig bleiben!