Heute ist der 3. Mai 2026, und während die Sonne hoch am Glarner Himmel steht, fand die Landsgemeinde in Glarus statt. Ein Ereignis, das nicht nur die politischen Herzen höher schlagen lässt, sondern auch viele Bürger in die Stadt lockt. Um 10 Uhr ging es los – die Atmosphäre war aufgeheizt, doch kein einzelnes Thema stach besonders hervor. Stattdessen standen 13 Traktanden auf der Agenda, darunter die leidenschaftlich diskutierten Themen Steuerabzüge, Verkehrsabgaben und Prämienverbilligungen.
Der abtretende Landammann Kaspar Becker übergab beeindruckend das Landesschwert an seinen Nachfolger Markus Heer. Ein symbolischer Moment, der die Tradition der Glarner Landsgemeinde unterstreicht. Was jedoch die Gemüter erhitzte, waren die Änderungen bei den Steuerabzügen. Pendlerfahrten werden künftig nur noch mit maximal 6000 Franken abgezogen, und das im Rahmen eines umfassenden kantonalen Sparprogramms. Das sorgt natürlich für Diskussionsstoff – die Pendler unter den Anwesenden hatten dazu ganz eigene Meinungen!
Verkehrsabgaben und Prämienverbilligungen
Apropos Diskussion – die neue Regelung zur Verkehrsabgabe, die nun auch für Elektroautos gilt, hat für einige Stirnrunzeln gesorgt. Die Höhe der Abgabe wird abhängig von Gewicht und Motorleistung festgelegt. Und für Elektrofahrer gibt es eine Übergangsregelung mit einem Rabatt von 25 Prozent für die ersten vier Jahre. Wer hätte gedacht, dass auch die umweltfreundlichen Fahrzeuge endlich ins Visier genommen werden?
Ein weiteres heißes Eisen war die Prämienverbilligung. Künftig werden diese automatisch und ohne Gesuch an die Anspruchsberechtigten ausgezahlt. Das klingt auf den ersten Blick nach einer Erleichterung, doch die Hintergründe sind spannend: Der Bund zwingt die Kantone dazu, mehr Geld für diese Vergünstigungen bereitzustellen. Glarus muss jetzt über acht Millionen Franken zusätzlich aufbringen. Da kommt schon die Frage auf, wo das Geld herkommen soll – und wie es der Kanton schaffen möchte, die Finanzen im Griff zu behalten.
Das Thema Firmenwagen
Ein Thema, das nicht direkt auf der Agenda stand, aber trotzdem in den Gesprächen aufblitzte, sind die Firmenwagen. Diese Fahrzeuge, die Angestellten von Unternehmen zur Verfügung gestellt werden, sind oft Leasingfahrzeuge, die für geschäftliche Zwecke genutzt werden. Wenn es aber um die private Nutzung geht, müssen Angestellte selbst in die Tasche greifen. Hier kommt es auf die versteckte Besteuerung an, die über Pauschalen oder Fahrtenbuch erfolgt. Bei der Wahl der Besteuerungsmethode können die Arbeitnehmer zwischen der 1-Prozent-Methode und der Fahrtenbuchmethode wählen. Und das macht einen großen Unterschied im Geldbeutel!
Die private Nutzung, die von Urlaubsfahrten bis hin zu Heimfahrten reicht, führt zu einem geldwerten Vorteil, der nicht zu unterschätzen ist. Besonders für Elektroautos und Hybridfahrzeuge gibt es reduzierte geldwerte Vorteile, was in einer Zeit, in der Nachhaltigkeit großgeschrieben wird, ein wichtiges Thema ist. Pendelfahrten zur Arbeit erhöhen den geldwerten Vorteil sogar um 0,03 Prozent des Listenpreises pro Monat. Ein ganz schön dicker Brocken, wenn man das über das Jahr betrachtet.
Das Ende der Redezeit und die Ausblicke
Und zum Schluss – ein Antrag zur Begrenzung der Redezeit auf drei Minuten wurde abgelehnt. Das zeigt, dass die Glarner Landsgemeinde durchaus Raum für ausführliche Diskussionen lässt. Man könnte sagen, es wird auch den leidenschaftlichsten Rednern die Möglichkeit gegeben, ihre Standpunkte klar und deutlich darzulegen.
So bleibt die Landsgemeinde in Glarus auch in diesem Jahr ein Ort des Austauschs, der Tradition und der aktuellen Herausforderungen. Die Stadt lebt von der Beteiligung ihrer Bürger und deren Meinungen. Und während die Sonne weiter über Glarus strahlt, bleibt abzuwarten, wie sich die neuen Regelungen auf den Alltag der Glarner auswirken werden.