Es gibt Nachrichten, die uns aufhorchen lassen, und diese hier ist definitiv eine davon. In Glarus Süd, genauer gesagt im Grundwasserpumpwerk Tierfed der Kraftwerke Linth-Limmern AG, wurde ein PFOA-Wert von 1.3 µg/l festgestellt. Das ist mehr als doppelt so viel wie der Höchstwert, den die Trinkwasserverordnung vorsieht – und zwar 0.5 µg/l. Da ist es kein Wunder, dass die zuständigen Behörden auf den Plan traten und das Pumpwerk umgehend stilllegten. Sicherheit geht vor, das ist klar. Doch was bedeutet das für die Menschen, die hier leben?

Die gute Nachricht zuerst: Die Trinkwasserversorgung bleibt gewährleistet. Die Bezügerinnen und Bezüger wurden schnell auf die Trinkwasserversorgung Linthal umgestellt. Das ist eine Erleichterung, denn es sorgt dafür, dass niemand ohne frisches Wasser dasteht. Das letzte Mal, als Proben genommen wurden – im Februar 2026 – war alles in Ordnung. Auch die Gemeinde Glarus Süd hat in den Wochen zuvor das Trinkwasser auf PFAS untersucht und konnte ebenfalls grünes Licht geben. Dennoch, dieser einmalige Nachweis erhöht die Alarmglocken. Die Kraftwerke Linth-Limmern AG arbeiten jetzt mit den kantonalen Behörden an einem Konzept, um die Ursachen für die Höchstwertüberschreitung zu klären. Und ein Überwachungsprogramm für PFAS im Pumpwerk wird auf die Beine gestellt.

Was sind PFAS?

PFOA gehört zur Gruppe der per- und polyfluorierten Alkylverbindungen, kurz PFAS. Diese chemischen Verbindungen sind nicht nur in der Umwelt hartnäckig, sie können sich auch im Menschen anreichern. Die Problematik ist, dass viele PFAS-Stoffe extrem langlebig sind, was sie zu sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ macht. Das bedeutet, dass sie in der Natur fast nicht abgebaut werden. In den letzten Jahren hat sich das Bewusstsein für die gesundheitlichen Risiken dieser Stoffe erhöht, und immer mehr Länder ergreifen Maßnahmen. So sind langkettige Verbindungen wie PFOA seit 2010, 2020 oder 2022 in vielen Regionen der Welt bereits verboten – mit einigen Ausnahmen.

Einmalige Überschreitungen wie die in Glarus sind zwar ernst zu nehmen, bedeuten aber nicht automatisch eine Gesundheitsgefährdung. Das zeigt auch, dass die Regulierung von PFAS oft uneinheitlich ist. Während einige Stoffe bereits reguliert sind, gibt es andere, die noch unreguliert sind. Behörden in Deutschland und anderen europäischen Ländern arbeiten gemeinsam an einem Verfahren zur Beschränkung von PFAS. Das Ziel? Die Verwendung dieser Stoffe sollte nur in Bereichen geschehen, wo es keine Alternativen gibt oder wo deutliche sozio-ökonomische Vorteile die Nachteile überwiegen.

Ein Blick in die Zukunft

In Deutschland wird ab dem 12. Januar 2026 ein Summengrenzwert für PFAS eingeführt, der die Sicherheit von Trinkwasser weiter erhöhen soll. Dort werden neue Grenzwerte von 100 ng/L für die Stoffgruppe PFAS-20 und ab 2028 sogar 20 ng/L für PFAS-4 gelten. Diese Maßnahmen könnten auch für die Schweiz von Interesse sein, denn die Diskussion um PFAS ist nicht nur lokal, sondern hat auch internationale Dimensionen. Umweltverbände fordern ein schnelles Ende der PFAS-Produktion, während Experten vor den hohen Kosten für die Entfernung dieser Stoffe warnen. Ein spannendes, aber auch herausforderndes Thema, das uns noch lange beschäftigen wird.

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