Heute ist der 25.05.2026. In Genf hat sich die Debatte um bezahlbaren Wohnraum in den letzten Jahren zu einem zentralen Thema entwickelt. Während die Bürger im Kanton Zürich am 14. Juni über drei Wohnungsinitiativen abstimmen, wird deutlich, dass auch in anderen Städten, nicht nur in der Schweiz, der Wohnungsmarkt zunehmend unter Druck steht. David Galeuchet, ein Zürcher Kantonsrat von den Grünen, ist sich sicher: Der Markt versagt hier. Es ist nicht nur in Zürich so, dass der Zugang zu erschwinglichem Wohnraum immer schwieriger wird.

Steigende Mieten und ein eklatanter Mangel an bezahlbarem Wohnraum sind die drängendsten Probleme. Galeuchet weist darauf hin, dass der Boden ein knappes Gut ist und dass institutionelle Anleger den Wohnungsmarkt dominieren. Gerade für Familien, RentnerInnen und Menschen mit mittleren Einkommen wird es zur Herausforderung, ein Dach über dem Kopf zu finden. In urbanen Regionen wird das Wohnen mehr und mehr zum Luxusgut. In Zürich ist die Wohnungsnot besonders ausgeprägt. Wenn der Markt nicht ausreichend Wohnraum bietet, so Galeuchet, muss der Staat eingreifen.

Initiativen für bezahlbaren Wohnraum

Die Initiativen, über die abgestimmt wird, zielen darauf ab, dem Wohnraummangel entgegenzuwirken. Es sollen günstige Wohnungen geschaffen werden, und eine kantonale Wohnbaugesellschaft könnte ins Leben gerufen werden, um selbst günstige Wohnungen zu bauen und zu verwalten. Ein historisches Beispiel für eine solche staatliche Intervention ist die Gründung der Zürcher Kantonalbank vor 150 Jahren, die zur Unterstützung von KMU und Bauern ins Leben gerufen wurde. Die Wohnschutz-Initiative zielt darauf ab, Leerkündigungen zu reduzieren, die oft zu Verdrängung aus sozialen Umfeldern führen. In den letzten Jahren wurden in Zürich zwischen 2015 und 2020 zwölfmal so viele Menschen leergekündigt wie in Genf, wo ein Wohnschutz existiert. Der Wohnschutz in Genf hat zu einem besseren Erhalt von günstigem Wohnraum geführt.

Doch nicht nur in der Schweiz ist die Situation angespannt. In deutschen Großstädten fehlen rund 1,9 Millionen günstige Wohnungen – darunter 1,4 Millionen Apartments unter 45 Quadratmetern. Besonders betroffen sind Singles mit geringen Einkommen und große Familien. Städte wie Berlin, Hamburg und Köln kämpfen mit den größten Wohnungsengpässen. Studien aus 2023 schätzen den Bedarf an Sozialwohnungen auf mehrere Millionen, aber der Bau neuer Sozialwohnungen kommt nur schleppend voran. Die Ampel-Regierung in Deutschland hatte sich das Ziel gesetzt, jährlich 400.000 neue Wohnungen zu bauen. Doch die Realität sieht anders aus: Die Zahlen sinken dramatisch.

Realität auf dem Wohnungsmarkt

Hohe Zinsen und steigende Baukosten führen dazu, dass immer weniger Wohneinheiten fertiggestellt werden. Von 295.000 im Jahr 2022 wird für 2024 mit nur noch 177.000 neuen Wohnungen gerechnet – ein fast historischer Tiefstand. In Großstädten haben vier von zehn Haushalten eine problematisch hohe Mietbelastung. Das bedeutet, dass viele nach Abzug der Miete kaum noch genug Geld zum Leben haben. Die Schere zwischen den Einkommensklassen klafft weit auseinander: Mieterhaushalte der höchsten Einkommensklasse haben im Schnitt 4,4-mal so viel Nettoeinkommen wie Haushalte der niedrigsten Klasse – und nach Abzug der Miete steigt dieser Faktor auf 6,7! Diese Zahlen sollten uns wirklich zum Nachdenken anregen.

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Die Diskussion um bezahlbaren Wohnraum ist nicht nur eine Frage der Politik, sondern betrifft das tägliche Leben von Millionen Menschen. Instrumente wie Wohngeld oder die Mietpreisbremse zeigen zwar Wirkung, doch oft nicht ausreichend. Vorschläge zur Linderung der Wohnungsnot beinhalten eine Ankurbelung des öffentlichen Wohnungsbaus. Auch die Wiedereinführung der Gemeinnützigkeit für Wohnungsunternehmen wird diskutiert, um den Bau von günstigem Wohnraum zu fördern. Das könnte ein Lichtblick in der dunklen Wohnungsmarktsituation sein.