Es war ein heißer Tag in Genf, als der SC Brühl gegen Grand-Saconnex antreten musste. Mit 25 Grad und einer langen Busfahrt in den Beinen wirkte das Team von Trainer Denis Sonderegger, als wäre die Luft irgendwie raus. Vor diesem Spiel hatte Brühl eine beeindruckende Serie von sechs Siegen in sechs Spielen hingelegt. Doch das hohe Tempo, die Hitze und vielleicht auch der Druck schienen die Spieler aus dem Takt zu bringen.
Im Stade du Blanché, vor rund 300 Zuschauern, kam die Mannschaft einfach nicht richtig ins Spiel. Grand-Saconnex war die dominierende Kraft, auch wenn die Torhüter-Legende Calvin Heim einige gute Chancen vereitelte. In der 39. Minute war es dann Adam Abbas, der nach einem Ballverlust der Brühler das 1:0 erzielte. Kurz vor der Pause vergaben die Brühler ihre einzige echte Torchance, was in der zweiten Halbzeit schmerzlich vermisst werden sollte.
Ein Auf und Ab der Gefühle
Die zweite Halbzeit sollte jedoch eine Wende bringen! In der 72. Minute traf Metin Bahtiyari, der mit seiner ersten Ballberührung den Ausgleich erzielte. Plötzlich war Brühl wieder im Spiel. Es war tatsächlich eine gute Phase für die Brühler, der Pfosten war nur ein Wimpernschlag davon entfernt, das 2:1 zu verhindern. Doch dann kam die entscheidende Wendung: Fuad Rahimi sah zehn Minuten vor Schluss die zweite gelbe Karte und musste das Feld verlassen. Der Schock saß tief.
Grand-Saconnex nutzte die Überzahl eiskalt aus. In der Nachspielzeit fiel gleich zwei Tore, eines davon per Foulpenalty, das die Partie endgültig entschied. Endstand: 3:1 für Grand-Saconnex. Ein bitteres Ergebnis für Brühl, das nun fünf Punkte Rückstand auf Kriens hat. Vier Runden vor Schluss ist der Druck enorm. Der nächste Gegner ist der Luzerner Nachwuchs, der in den letzten Begegnungen oft unentschieden spielte. Da braucht Brühl dringend einen Sieg.
Ein Blick auf die gesamte Saison
Man könnte sagen, das Spiel war ein Spiegelbild der gesamten Saison für Brühl. Nach einer starken ersten Hälfte des Jahres folgte ein dramatischer Einbruch, der nur zwei Punkte aus acht Spielen einbrachte. Trainer Sonderegger, der sich in seiner Verantwortung sieht, hat mit zahlreichen Verletzungen und einem reduzierten Kader zu kämpfen. Kritiken am Mittelfeld, das als zu langsam gilt, wurden als zu einfach abgetan. Dennoch plant Sonderegger eine Verjüngung des Teams, besonders nachdem einige erfahrene Spieler zurücktreten mussten.
Im Trainingslager in der Türkei, zusammen mit seinem Goalietrainer Dani Manser und Assistenztrainer Alex De Freitas, hat Sonderegger jedoch neue Ideen geschmiedet. Die kommende Saison könnte eine Herausforderung werden, insbesondere wenn das Budget noch enger geschnallt werden muss. Trotz Anfragen von anderen Vereinen fühlt sich der Trainer wohl bei Brühl und sieht positiv in die Zukunft.
Die Fans hoffen, dass die Mannschaft aus dieser schwierigen Phase herausfindet. Ein Unentschieden im letzten Spiel gegen Delémont könnte den Klassenerhalt sichern, während eine Niederlage fatale Folgen hätte. Die Spannung steigt und die Frage bleibt: Wird Brühl die Wende schaffen?