In Genf, dieser pulsierenden Metropole der Diplomatie, bahnt sich derzeit ein Umzug an, der für viele Organisationen und deren Mitarbeiter ein echtes Umdenken mit sich bringt. Das Uno-Hochkommissariat für Menschenrechte verlässt das charmante Palais Wilson, ein Gebäude, das seit 1998 den Hauptsitz für die Menschenrechtsarbeit der UNO beherbergt. Die Entscheidung, die altehrwürdigen Hallen zu verlassen, ist nicht aus einer Laune heraus getroffen worden, sondern steht im Zeichen gravierender finanzieller Engpässe bei der UNO.

Stattdessen wird das Flüchtlingshilfswerk UNHCR in das Palais Wilson einziehen. Dieses historische Gebäude, das einst als Hotel im 19. Jahrhundert erbaut wurde und seit den 1920er Jahren als Sitz des Völkerbundes diente, wird nun zum neuen Zuhause für die Flüchtlingshilfe. Der Umzug erfolgt aus Spargründen, da der UNHCR vor der Herausforderung steht, seine Mietkosten um die Hälfte zu reduzieren. Die Renovierung des aktuellen Standorts an der Rue de Montbrillant steht ebenfalls an, doch dafür fehlt schlichtweg das Geld. Wie gesagt, die Zeiten sind hart – und sparen ist angesagt!

Der Umzug und die Gründe dahinter

Der neue Standort für das Menschenrechtsbüro wird das H-Gebäude auf dem Gelände des Uno-Hauptquartiers sein – ein moderner Glasbau, der eine andere Atmosphäre mit sich bringt. Die Mietkosten sind zwar vergleichbar, aber die Gesamtausgaben der UNO lassen sich durch die zentrale Lage senken. In einer Zeit, in der viele Länder ihre humanitäre Hilfe gekürzt haben, das hat zu Stellenstreichungen in der Schweiz geführt, wird jeder Franken zählen. Besonders schmerzhaft ist, dass die wegfallenden Beiträge wichtiger Geberstaaten nicht annähernd kompensiert werden können.

Die finanzielle Unterstützung für internationales Genf ist jedoch nicht ganz ausgeblieben. Der Bundesrat hat 269 Millionen Franken für die Jahre 2026–2029 bewilligt, um die Situation zu stabilisieren. Der Kanton Genf und die Hans-Wilsdorf-Stiftung haben ebenfalls ihre Hilfe zugesagt – 10 Millionen Franken vom Kanton und 2 Millionen Franken von der Stadt Genf. Das klingt erst mal nach viel, aber angesichts der Herausforderungen… na ja, es ist ein Tropfen auf den heißen Stein.

Geopolitische Spannungen und ihre Folgen

Inmitten dieser Umstrukturierungen findet auch der Menschenrechtsrat statt, geleitet von unserem Schweizer Botschafter Jürg Lauber. Er hat am 8. September 2025 die letzte Sitzung des Jahres im Kontext starker geopolitischer Spannungen, die im Moment die Welt im Atem halten – Gaza, Ukraine, Sudan. Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich die Diplomatie bewegt. Die Sitzung dauert bis zum 8. Oktober 2025 und behandelt eine lange Liste von Themen, die alles andere als leicht sind.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Doch die finanziellen Engpässe der UNO machen sich auch hier bemerkbar. Die Redezeiten werden gekürzt, die Anzahl der Delegationen, die sich zu Wort melden können, ebenfalls. Bis Anfang September 2025 hatten nur 124 der 193 UNO-Mitgliedstaaten ihren jährlichen Beitrag vollständig geleistet – und das sind nicht gerade erfreuliche Nachrichten, wenn man bedenkt, dass darunter auch die USA und China fehlen. Die UNO plant eine Kürzung der Ausgaben um etwa 20%, was auch den Menschenrechtsrat betrifft. Ein Teufelskreis, der schwer zu durchbrechen ist!

Diese Entwicklungen werfen Schatten auf die Zukunft der Menschenrechte und der internationalen Zusammenarbeit. NGOs wie Human Rights Watch und ISHR haben bereits den Rückzug der USA aus wichtigen Diskussionen kritisiert. Der Menschenrechtsrat hat eine begrenzte Finanzierung, die lediglich 5% des Gesamtbudgets der UNO ausmacht, und das macht die Arbeit nicht einfacher.

In einer Zeit, in der über 60 Berichte zu Themen in rund 40 Staaten auf dem Tisch liegen, wird es spannend zu beobachten, wie sich die Situation weiterentwickelt. Themen wie die Menschenrechtslage in Myanmar, Afghanistan, Ukraine und Russland stehen auf der Agenda. Es bleibt zu hoffen, dass die Stimmen derjenigen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, nicht verstummen.