Gestern war es soweit: US-Präsident Donald Trump landete in Peking – ein Besuch, der mit Spannung erwartet wurde. Nach seiner Ankunft wurde er am Donnerstag von Chinas Präsident Xi Jinping empfangen. Die beiden Staatschefs haben eine lange Liste von Themen auf dem Tisch. Das wird spannend, da viele dieser Themen die geopolitische Landschaft stark beeinflussen könnten.
Ein zentraler Punkt auf der Agenda ist der Irankrieg. Trump hat vor seiner Abreise betont, dass er keine Hilfe von China benötigt, aber es ist kaum vorstellbar, dass er dieses Thema nicht anspricht. Schließlich ist China der größte Abnehmer von iranischem Öl, was den USA ein Dorn im Auge ist. Peking hingegen sieht den Konflikt eher als Angelegenheit der USA und Israels und hat bereits diplomatisch agiert, um die Handelsrouten offen zu halten.
Taiwan im Fokus
Ein weiteres heikles Thema ist Taiwan. Für China ist die Insel eine rote Linie – eine Frage der nationalen Integrität. Die USA hingegen sehen sich als militärische Schutzmacht Taiwans und könnten unter Druck geraten, wenn Xi Trump dazu drängt, die Waffenverkäufe an Taiwan einzuschränken. Das wäre ein diplomatischer Triumph für China, wenn sie die USA dazu bringen könnten, sich aktiv gegen eine Unabhängigkeit Taiwans auszusprechen.
Der Handelskonflikt, der vor etwa einem Jahr so richtig ins Rollen kam, wird ebenfalls zur Sprache kommen. Zölle stehen im Raum, und vielleicht könnten Trump und Xi sich auf eine weitere Verlängerung des Waffenstillstands im Handelsstreit einigen. Es bleibt jedoch abzuwarten, ob grundlegende Konflikte gelöst werden können oder ob es nur um kurzfristige Zugeständnisse geht.
Technologische Rivalität und große Geschäfte
Die technologische Rivalität zwischen den USA und China ist ein weiteres heißes Eisen. Trump hat 2022 Exportkontrollen eingeführt, die Chinas Halbleiterindustrie betreffen, und Peking hat ein großes Interesse daran, diese Einschränkungen zu lockern. Hier kommt die KI ins Spiel – ein Bereich, in dem beide Länder um die Vorherrschaft kämpfen. Interessanterweise ist Jensen Huang, der CEO von Nvidia, Teil von Trumps Delegation in Peking. Das könnte auf mögliche Deals hindeuten, die China Zugang zu fortschrittlicher Technologie verschaffen.
Nicht zuletzt wird auch über große Business-Deals gesprochen. Gerüchte besagen, dass China plant, 500 Boeing-Jets und große Mengen US-Soja zu kaufen. Trump möchte mit großen Geschäften nach Washington zurückkehren. Aber ob solche Vereinbarungen tatsächlich zustande kommen, bleibt abzuwarten, denn die Umsetzung war in der Vergangenheit oft eher begrenzt.
Ein Blick auf Taiwan
In der aktuellen Lage ist es auch wichtig, die Stimmung in Taiwan zu betrachten. Eine Umfrage der National Chengchi University zeigt, dass die Mehrheit der Taiwanesen den Status quo unterstützt. Nur eine kleine Gruppe wünscht sich sofortige Unabhängigkeit, während noch weniger die Vereinigung mit China befürworten. Das Modell „Ein Land, zwei Systeme“ wird von einer überwältigenden Mehrheit abgelehnt, besonders in Anbetracht der Entwicklungen in Hongkong.
Die Taiwan Semiconductor Manufacturing Company (TSMC) ist nicht nur der größte Auftragsfertiger, sondern auch der Hauptlieferant für viele US-Unternehmen, darunter Apple. Die taiwanesische Wirtschaft ist stark vom Handel mit China abhängig, und während die Exporte nach China 2024 einen Rückgang erlitten, stiegen sie im folgenden Jahr um 13,2 Prozent. Die DPP-Regierung bemüht sich, die Handelsbeziehungen zu diversifizieren, während die globale Nachfrage nach Halbleitern steigt.
Es wird interessant sein zu sehen, wie sich die Gespräche zwischen Trump und Xi entwickeln werden. Beide Seiten stehen unter Druck und die globalen Implikationen sind enorm. Das Treffen könnte entscheidend dafür sein, wie sich die Beziehungen zwischen den beiden Mächten in den kommenden Jahren gestalten.