Löhne an der Spitze: Vertrauen oder Vetrauenstrick?
Heute ist der 23.07.2026 und während ich hier in Genf sitze und über die aktuelle politische Diskussion über die Löhne an der Spitze der Kantonalbanken nachdenke, wird mir klar, dass das Thema mehr als nur Zahlen auf einem Blatt Papier ist. Es geht um Vertrauen, Transparenz und die Verantwortung gegenüber den Steuerzahlern, die letztendlich die Rechnungen begleichen. Die Vergütungen in diesen Banken, die ja dem Kanton gehören, werden in der Regel vom Bankrat festgelegt – manchmal mischt sich sogar der Regierungsrat oder das kantonale Parlament ein. Es ist ein komplexes Geflecht, das nicht immer leicht zu durchschauen ist.
Im Aargau gibt es einen Lohndeckel, der sicherstellen soll, dass der Bruttolohn eines Mitglieds der Geschäftsleitung maximal das Doppelte des Bruttolohns eines Regierungsratsmitglieds beträgt. Ein solider Ansatz, könnte man denken. Doch wenn man einen Blick nach Luzern wirft, wird schnell klar, dass nicht überall so strenge Regeln herrschen. Dort gilt für 2025 eine Maximallimite von 854’281 Franken pro Person. Dennoch hat CEO Daniel Salzmann die Grenzen gesprengt und sich 1’016’987 Franken gegönnt. Die Frage bleibt: Wie weit kann man gehen, ohne das Vertrauen der Bürger zu verlieren?
Vergütung im Vergleich
Wenn wir die Zahlen der Kantonalbanken unter die Lupe nehmen, wird es spannend. Die CEOs der Banken verdienen oft deutlich mehr als die Mitglieder des Bundesrats. Zum Beispiel liegt das Gehalt eines Bundesratsmitglieds bei 478’166 Franken brutto zuzüglich einer Spesenpauschale von 30’000 Franken. Da mutet es schon fast absurd an, dass ein CEO bis zum Fünffachen dessen verdienen kann. Finews hat die Vergütungen über alle 24 Kantonalbanken analysiert, und die Transparenz ist alles andere als einheitlich. Besonders aufschlussreich ist, dass drei Kantonalbanken – Appenzell, Obwalden und Nidwalden – überhaupt keine Vergütungsdaten veröffentlichen. Man fragt sich, was da im Verborgenen bleibt.
Ein paar Banken, wie Schwyz und Fribourg, nennen immerhin die Gesamtbeträge, aber Einzelvergütungen? Fehlanzeige. Neuchâtel geht da schon einen Schritt weiter und gibt Vergütungen für elf Mitglieder der „direction“ an, nicht nur für die Geschäftsleitung. Schaffhausen hingegen veröffentlicht die Management-Vergütung, aber ohne die Arbeitgeberbeiträge. In Tessin wird die höchste Einzelvergütung genannt, doch der Name bleibt im Dunkeln. Ein komisches Spiel mit Zahlen und Informationen.
Die Rangliste der Löhne
Die Analyse der Bruttobezüge der CEOs und Geschäftsleitungen hat zu einer durchaus überraschenden Rangliste geführt. An der Spitze steht die Zürcher Kantonalbank mit CEO Urs Baumann, der sich über eine höchste Einzelvergütung von 2’605’000 Franken freuen darf und insgesamt 16’968’333 Franken einstreicht. Ein wahrlich beeindruckendes Paket! Auf Platz zwei liegt die Banque Cantonale de Genève unter der Leitung von Nicolas Krügel, mit einer höchsten Einzelvergütung von 1’760’496 Franken und einer Gesamtvergütung von 5’420’489 Franken. Auch Pascal Kiener von der Banque Cantonale Vaudoise kann sich nicht beschweren – seine höchste Einzelvergütung beträgt 1’558’676 Franken und die Gesamtvergütung beläuft sich auf 8’461’141 Franken. Da fragt man sich: Wie viel ist genug?
Und dann gibt es da noch die Luzerner Kantonalbank, wo CEO Daniel Salzmann bei 1’016’987 Franken landet – ganz schön viel für einen Kanton, der eine Maximalgrenze festgelegt hat. Es bleibt also spannend, wie sich die Diskussion über die Löhne der Kantonalbanken weiterentwickeln wird. Werden die Stimmen der Bürger gehört? Oder bleibt es bei einem müden Schütteln des Kopfes über die Kluft zwischen den oberen Etagen und den Steuerzahlern?
