In Genf, wo der Genfersee sanft plätschert und die Alpen majestätisch im Hintergrund thronen, gibt es derzeit eine unerwartete Herausforderung für das Naturhistorische Museum. Ein winziger Käfer, der Brotkäfer, hat sich in die ehrwürdigen Hallen eingeschlichen und droht, die einmalige Sammlung des Museums zu gefährden. Museumsdirektor Arnaud Maeder sieht die Situation als außergewöhnlich und dringlich. Die Sammlungen, die weltweit als Referenz-Exponate gelten, müssen geschützt werden, denn sie sind nicht nur für die Forschung, sondern auch für die kulturelle Identität der Schweiz von großer Bedeutung.
Der Befall wurde im vergangenen Herbst entdeckt, und der Käfer – gerade mal bis zu drei Millimeter groß – hat es auf wertvolle Materialien abgesehen. Die Larven des Käfers lieben es, sich von Proteinen wie Kollagen und Keratin zu ernähren, was bedeutet, dass ausgestopfte Tiere, Federn und sogar Holzstücke in Gefahr sind. Das Problem? Die Larven verstecken sich in den Materialien und machen die Bekämpfung zum echten Glücksspiel. Als Sofortmaßnahme hat das Museum entschieden, die am stärksten betroffenen Stücke einzufrieren, um den kleinen Plagegeistern das Handwerk zu legen.
Die Herausforderungen und Lösungen
Ein weiterer Aspekt, der die Situation kompliziert macht, ist das seit 2017 in der Schweiz geltende Verbot von Brommethan, das zuvor zur Parasitenbekämpfung eingesetzt wurde. Ein Antrag auf Ausnahmegenehmigung wurde vom Bund abgelehnt, was das Museum vor neue Herausforderungen stellt. Die gewählte Bekämpfungsmethode sieht nun vor, den Sauerstoff in speziellen Vakuum-Kammern zu entziehen. Das klingt nach einer sehr technischen Lösung, aber in der Welt der Museumsbewahrung sind solche Maßnahmen oft unumgänglich.
Der Genfer Stadtrat wird Ende des Monats einen dringlichen Kredit für die Sanierung des Museums beschließen müssen. Wenn die Zustimmung kommt, könnten die Arbeiten nach den Sommerferien beginnen. Die Vision? Die Wiedereröffnung großer Teile des Museums ist für 2028 angedacht. Doch der Weg dorthin ist steinig und voller Hürden.
Ein kulturelles Kleinod im Wandel
Das Naturhistorische Museum Genf ist nicht nur das größte Naturkundemuseum der Schweiz, sondern auch Teil des nationalen Kulturerbes. Es beherbergt eine einzigartige Sammlung, die die Fauna der Schweiz und der Welt sowie Mineralien und Fossilien umfasst. Ab dem 1. Januar 2024 wird das Museum umfassend renoviert. Geplant sind ein barrierefreier Eingangsbereich, eine neue naturhistorische Bibliothek, ein Café-Restaurant und ein großer Shop. Inmitten eines neu gestalteten Parks wird das Museum künftig zur Förderung der Artenvielfalt stehen. Das klingt doch nach einem wunderbaren Ort, um sich in die Wunder der Natur zu vertiefen!
Während der Schließung wird das Museum allerdings nicht in den Dornröschenschlaf versetzt. Auf der Website werden Programme angeboten, die es den Besuchern ermöglichen, auch außerhalb der Mauern in die Welt der Naturwissenschaften einzutauchen. Das ist doch mal eine kreative Lösung, um die Neugier der Menschen aufrechtzuerhalten, oder nicht?
Ein Blick in die Zukunft
Und während Genf mit diesem Käferproblem kämpft, gibt es auch größere Zusammenhänge. Ab Mai 2024 wird ein Projekt starten, das die Auswirkungen des Klimawandels auf das Innenklima und das Vorkommen von Schädlingen in Museen und ähnlichen Einrichtungen untersucht. Dabei werden nicht nur Motten und Käfer, sondern auch invasive Arten und deren Bedrohungen beleuchtet. Die Forschung wird sich auf Klimadaten stützen und untersucht, wie sich das alles auf die wertvollen Sammlungen auswirkt. Spannend, oder? Dies wird nicht nur für Genf, sondern auch für viele andere Museen von Bedeutung sein.
Die Herausforderungen, denen sich das Genfer Naturhistorische Museum gegenübersieht, sind also nicht nur lokal, sondern auch Teil eines globalen Phänomens. In Zeiten des Wandels bleibt es spannend, wie sich die Museen auf die zukünftigen Herausforderungen einstellen und welche innovativen Lösungen sie entwickeln werden.