Hitzeschutz auf Baustellen: Ein Weckruf für die Bauwirtschaft
Die Sommerhitze hat uns fest im Griff, und während wir uns nach einem schattigen Plätzchen sehnen, droht für viele Menschen in der Bauwirtschaft eine noch größere Gefahr. Florian Kobler, ein engagierter SP-Kantonsrat aus Gossau, hat die alarmierenden gesundheitlichen Risiken für Bauarbeiter durch Hitzewellen ins Rampenlicht gerückt. Mit seiner Einfache Anfrage „Hitzeschutz auf Baustellen – wann handelt der Kanton?“ fordert er verbindliche Maßnahmen, um die Gesundheit der Beschäftigten zu schützen. Schweiß, Müdigkeit und vielleicht sogar ein typisches „Mir ist viel zu heiß!“ – all das sind nicht nur flüchtige Beschwerden, sondern können schwerwiegende Folgen haben.
Die Gefahren sind vielfältig: Dehydrierung, Kreislaufbeschwerden, Hitzschläge – die Liste ist lang und beunruhigend. Kobler greift ein wichtiges Thema auf, das durch den Klimawandel noch verstärkt wird. Er verweist auf die Situation in Genf, wo das Arbeitsinspektorat während einer Hitzewelle bereits Arbeitsunterbrechungen für Tätigkeiten im Freien ab 13 Uhr angeordnet hat. Ein Rotationssystem mit geregelten Arbeits- und Erholungsphasen wurde dort ebenfalls eingeführt, um den Arbeitsschutz zu gewährleisten. „Warum nicht auch bei uns im Kanton St. Gallen?“, fragt Kobler und fordert die Regierung auf, ähnliche Regelungen zu übernehmen.
Hitzeschutz als Pflicht
Die Gewerkschaft Unia ist ebenfalls auf den Zug aufgesprungen und verlangt eine gesetzliche Pflicht zur Arbeitsniederlegung bei Temperaturen über 33 Grad im Schatten. In Zürich wurde eine entsprechende Regelung jedoch abgelehnt – ein weiterer Grund, warum Kobler nachhakt. „Wie oft hat die SUVA in den letzten fünf Jahren wegen ungenügender Schutzmaßnahmen interveniert?“, lautet eine seiner drängenden Fragen. Es wird Zeit, dass die Politik handelt, denn die gesundheitlichen Risiken sind nicht zu ignorieren.
Steigende Temperaturen und längere Hitzephasen führen nicht nur zu einem erhöhten Risiko für Dehydrierung, sondern auch zu ernsthaften gesundheitlichen Problemen wie Hautkrebs. Hohe Temperaturen beeinträchtigen die Produktivität, die Konzentration und erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Arbeitsunfällen. Besonders schutzbedürftige Gruppen – dazu gehören ältere Menschen, Schwangere und Kinder – sind einem erhöhten Risiko ausgesetzt. Für Kinder ist die Fähigkeit zur Temperaturregulation noch nicht vollständig entwickelt, was sie besonders anfällig macht. Hier müssen wir als Gesellschaft Verantwortung übernehmen.
Präventionsmaßnahmen sind gefragt
Zu den empfohlenen Schutzmaßnahmen gehören technische, organisatorische und personenbezogene Strategien. Technische Maßnahmen wie Sonnenschutzvorrichtungen, Klimatisierung und gute Belüftung können helfen, die Hitzebelastung zu reduzieren. Organisatorisch sind Notfallpläne und flexible Pausenregelungen unerlässlich. Die Bereitstellung ausreichender Getränke darf dabei nicht fehlen – Durst ist ein stummer Schrei nach mehr Flüssigkeit!
In der Bauwirtschaft ist es entscheidend, dass Arbeitgeber Gefährdungsbeurteilungen durchführen und geeignete Maßnahmen ergreifen, sobald die Temperaturen über 26 °C steigen – und zwingend bei über 30 °C. Persönliche Schutzmaßnahmen, wie geeignete Bekleidung und Kopfbedeckungen, sollten ebenfalls nicht vernachlässigt werden. Und hey, wer hat schon Lust, bei drückender Hitze zu arbeiten, wenn man sich stattdessen auf die Erfrischung im Schwimmbad freuen könnte?
Bildung eines Hitzeschutzplans
Die Notwendigkeit eines effektiven Hitzeschutzes wird immer deutlicher, insbesondere angesichts der zu erwartenden Zunahme extremer Hitzeperioden durch den Klimawandel. In Deutschland hat man bereits damit begonnen, Hitzewarnsysteme zu etablieren, um die Bevölkerung frühzeitig vor bevorstehenden Hitzeperioden zu warnen. Das Robert Koch-Institut beobachtet die gesundheitlichen Auswirkungen von Hitze und veröffentlicht regelmäßig Berichte über hitzebedingte Mortalität. Solche Maßnahmen könnten auch für die Schweiz von Bedeutung sein.
Es ist nicht nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern auch der öffentlichen Gesundheit. Extreme Hitze kann bestehende Erkrankungen verschlimmern und sogar zu einem Anstieg der Sterbefälle führen. Wir müssen uns fragen: Wie lange wollen wir noch zusehen, während die Bauarbeiter bei sengender Hitze schuften? Es wird höchste Zeit für einen Hitzeschutzplan, der nicht nur auf dem Papier existiert, sondern auch in der Praxis umgesetzt wird. Das Wohl unserer Arbeitskräfte sollte an erster Stelle stehen.
