Heute ist der 29.04.2026 und in Genf sorgt eine Sensibilisierungskampagne für Aufsehen. Der Kanton hat die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihr altes Geschirr auf gesundheitsschädliche Schwermetalle wie Blei und Cadmium testen zu lassen. Diese Metalle können in älterem oder handwerklich hergestelltem Geschirr, wie Erbstücken oder Flohmarktfunden, versteckt sein und stellen ein ernstzunehmendes Risiko dar.

Seit 1995 gibt es in der Schweiz gesetzliche Regelungen, die die Menge von Schwermetallen, die Geschirr abgeben darf, begrenzen. Die Grenzwerte hängen dabei von der Oberfläche des Geschirrs ab. Besonders gefährdet sind Farben und Glasuren, die bei Kontakt mit heißen, sauren oder lange gelagerten Lebensmitteln Schwermetalle freisetzen können. Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) rät daher, beschädigtes Geschirr nicht mehr zu verwenden und darauf zu achten, keine sauren Speisen darin zu servieren oder Lebensmittel lange aufzubewahren.

Testangebote und Aufklärung

Die Tests, die vom Genfer Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen (SCAV) angeboten werden, sind kostenlos und finden bis zum 16. Juni montags und dienstags statt. Huy Ho Ngoc, Leiter des Bereichs Gebrauchsgegenstände und Chemikalien beim SCAV, hebt hervor, dass die Risiken in der Bevölkerung oft zu wenig bekannt sind. Besonders schwangere Frauen und Kinder sollten beim Umgang mit altem Geschirr vorsichtig sein. Bei sehr alten oder unbekannten Gegenständen wird sogar von der Nutzung für Lebensmittel abgeraten.

Die Wichtigkeit der Aufklärung wird auch durch die jüngsten Berichte der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) unterstrichen, die sich mit der Exposition gegenüber weiteren Schwermetallen befasst hat. So wurde die Analyse über das Vorkommen von Arsen in Lebensmitteln in Europa aktualisiert und die chronische ernährungsbedingte Exposition gegenüber anorganischem Arsen als geringer eingeschätzt als zuvor. Zudem wurden Risiken von Chrom in Lebensmitteln untersucht, insbesondere in Gemüse und Trinkwasser.

Chrom und seine Risiken

Die EFSA stellt fest, dass die tolerierbare tägliche Aufnahmemenge (TDI) für Chrom (III) auf 0,3 mg pro kg Körpergewicht pro Tag festgelegt wurde. Während Chrom (III) ein lebenswichtiger Nährstoff ist, der für Wachstum und Gesundheit benötigt wird, sind hohe Konzentrationen von Chrom (VI) potenziell krebserregend. Diese entstehen häufig durch industrielle Verfahren und können im Trinkwasser vorkommen, was besonders für Kleinkinder bedenklich ist.

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Die Ergebnisse und Empfehlungen der EFSA verdeutlichen, wie wichtig es ist, sich der Risiken von Metallexposition in Lebensmitteln bewusst zu sein. Die Kombination aus der Sensibilisierungskampagne in Genf und den neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen macht deutlich, dass ein kritischer Blick auf unser Geschirr und unsere Nahrungsmittel unerlässlich ist. In einer Welt, in der wir zunehmend auf die Qualität unserer Lebensmittel achten, ist es an der Zeit, auch unser Geschirr unter die Lupe zu nehmen.