Heute ist der 29.05.2026 und Genf zeigt sich in einem neuen Licht, während die SRG in einem grundlegenden Transformationsprozess steckt, den sie „Enavant“ nennt. Diese Neuausrichtung bringt Veränderungen mit sich, die in den kommenden drei Jahren spürbar werden sollen. Der Bundesrat hat eine Reduktion der Medienabgabe beschlossen, was zu einschneidenden Sparmaßnahmen zwingt. Klar, dass das Ziel dabei ist, sowohl das Programm als auch die Mitarbeiter:innen bestmöglich zu schützen, während gleichzeitig Einsparungen bei Gebäuden und Infrastruktur erzielt werden sollen. Ein Drahtseilakt, gewiss!
Eine Immobilienstrategie wird nun verfolgt, um die Standorte zu optimieren. Das bedeutet konkret: weniger Fläche und geringere Kosten. Ein Beispiel dafür ist der Standortwechsel von RTS in Lausanne. Der alte Standort in La Sallaz wird durch einen modernen Produktionsstandort auf dem Campus der EPFL in Ecublens ersetzt. Dieser neue Ort wird schrittweise in Betrieb genommen und orientiert sich an multimedialen Produktionsabläufen – ganz im Sinne der Digitalisierung.
Entdeckungsreise zur neuen Produktionsstätte
Für alle Neugierigen gibt es am Wochenende vom 30. bis 31. Mai die Möglichkeit, den neuen Arbeitsort in Ecublens zu erkunden. Eine Gelegenheit, die sich niemand entgehen lassen sollte! Interessant ist auch der finanzielle Hintergrund: Der neue Standort wurde vollständig durch den Verkauf alter Gebäude finanziert. Und ja, der Verkauf des ikonischen Turms in Genf steht in keinem Zusammenhang mit dem neuen Standort. RTS bleibt jedoch als Mieterin des Turms präsent und investiert in ein neues Videoproduktionszentrum.
Das Team in Genf bleibt größtenteils unverändert, abgesehen von den Redaktionen Aktualität und Sport, die nach Ecublens umziehen. Der Verkauf des Turms wurde auf Initiative des Kantons Genf angestoßen, mit dem Ziel, das Gebäude zu einem Knotenpunkt für Demokratie und innovative Ideen zu machen. Ein ambitioniertes Projekt, das den Verkaufspreis von 150 Millionen Franken rechtfertigt, mit einem Buchgewinn von rund 100 Millionen Franken im laufenden Geschäftsjahr. Der Erlös kann für Restrukturierungskosten, zukünftige Investitionen oder die Rückzahlung von Fremdkapital genutzt werden.
Ein neuer Weg für Genf
Die Verwaltung der Liegenschaft wird an die Stiftung „FOCUS, Fondation La Tour en Communs“ übertragen. Der Kanton Genf bleibt Eigentümer des Grundstücks und gewährt ein unentgeltliches Baurecht. Diese Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, qualitativ hochwertige Informationen und innovative Verbreitungsformen zu fördern, ohne einen politischen oder konfessionellen Charakter. Ein Schritt, der Genf zu einer internationalen Referenz für einen neuen Gesellschaftsvertrag machen könnte.
Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich diese Entwicklungen auf die Medienlandschaft und die Kultur der Stadt auswirken werden. Ein neuer Gesellschaftsvertrag, innovative Ideen und der Mut zur Veränderung – der Kanton Genf hat große Pläne. Die nächsten Jahre werden zeigen, ob die SRG mit „Enavant“ den richtigen Weg einschlägt.