Heute ist der 4. Juni 2026, und Genf steht vor einem turbulenten Ereignis. Der G7-Gipfel in Évian-les-Bains, Frankreich, wirft seine Schatten auf die Stadt. Am 14. Juni, dem Tag des feministischen Streiks, werden Protestzüge gegen diesen Gipfel durch Genf ziehen, und das sorgt für reichlich Aufregung. Die Gewerkschaften, vor allem die Unia, sind beunruhigt über die Überschneidung dieser beiden bedeutenden Ereignisse.

Yves Defferrard, der Regionalsekretär der Unia Genf, hat die Koalition «No-G7» gebeten, den Protestzug zu verschieben. Doch diese Bitte wurde abgelehnt. Es gibt noch mehr Themen, die an diesem Tag auf der Agenda stehen: Abstimmungen zur 10-Millionen-Initiative der SVP und zur Lockerung der Regeln für Sonntagsverkäufe. Das könnte die ohnehin angespannte Lage weiter aufheizen. In den Genfer Hotels spüren die Betreiber bereits die Folgen: Stornierungen von 10 bis 15 Prozent. Xavier Rey, der Präsident des Genfer Hoteliersverbands, berichtet von einem Rückgang der Buchungen, was in der Branche alles andere als erfreulich ist.

Ein Aufschrei der Gewerkschaften

Die Unia möchte sich am 14. Juni ganz auf den feministischen Streik konzentrieren und hat sogar die Genehmigung für einen Stand in einem Genfer Park beantragt, um andere Anliegen sichtbar zu machen. Aber die Kritik aus dem bürgerlichen Lager wächst. Estelle Grossmann-Tanari, die Vizepräsidentin der FDP Genf, äußert Bedenken, dass die feministische Botschaft in der Anti-G7-Demonstration untergehen könnte. Das schürt die Sorgen über die Sichtbarkeit der Anliegen der Frauenbewegung.

Doch nicht nur die Demonstrationen machen den Genfer Behörden Kopfzerbrechen. Auch die Polizei ist massiv gefordert. Die G7-Veranstaltung wird die Sicherheitskräfte an ihre Grenzen bringen. Zehn Tage lang sollen die Polizisten im Einsatz sein, jeweils zwölf Stunden am Stück. Gewerkschaften äußern massive Bedenken. Roger Rudolph, Arbeitsrechtler, beschreibt die Belastung als „ausserordentlich“, während Thomas Geiser, ein emeritierter Professor, die Arbeitsbelastung als „an der Grenze der Zumutbarkeit“ ansieht. Wer überlegt, wie wichtig es ist, dass Menschen regelmäßig freie Tage haben, der versteht die Problematik sofort.

Sicherheitslage und Reisewarnungen

Die Genfer Kantonsregierung hat bereits empfohlen, dass Reisende im Homeoffice arbeiten sollen, um die Belastung für die Polizei und die Stadt zu reduzieren. Zwei Wochen ohne freien Tag? Das ist selbst nach Schweizer Standards problematisch, zumal das Schweizer Arbeitsgesetz für Kantonsangestellte spezielle Regeln gilt. Und so wird der Druck auf die Polizei immer größer, während gleichzeitig die Vorbereitungen für den Gipfel auf Hochtouren laufen.

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Insgesamt wird die Situation in Genf in den kommenden Tagen sicher spannend. Die Kombination aus Protesten, einem internationalen Treffen und der Belastung der Sicherheitskräfte könnte zu einem echten Pulverfass werden. Es bleibt abzuwarten, wie sich alles entwickeln wird und ob die Anliegen der Feministinnen und der Gewerkschaften Gehör finden. Die Vorzeichen sind auf jeden Fall gemischt, und der 14. Juni könnte ein denkwürdiger Tag werden.