Heute ist der 8.06.2026 und in Genf bereiten sich die Geschäfte auf den bevorstehenden G7-Gipfel im französischen Évian vor. Die Vorfreude auf den großen internationalen Event wird von einer gewissen Nervosität begleitet. Flore Teysseire, die Generalsekretärin des Gewerbeverbands Genève Commerces, berichtet, dass viele Geschäfte, insbesondere in gefährdeten Stadtgebieten, Schutzmaßnahmen ergreifen. Die Schreinereien in Genf sind nahezu ausgebucht – ein Zeichen dafür, wie sehr die Nachfrage nach Schutzmaterial und Handwerkerkapazitäten angestiegen ist. Und ehrlich gesagt, wenn man sich die Preise für die Sicherung der Ladenfronten anschaut, die zwischen 3.000 und 100.000 Franken liegen, wird einem schwindelig.

Auf der Rue du Rhône bleiben einige Geschäfte geschlossen, was für eine Stadt, die normalerweise pulsiert, ziemlich ungewöhnlich ist. Die Aufregung um die bevorstehenden Proteste und die bewilligte Demonstration am kommenden Sonntag auf dem rechten Rhoneufer sorgt für zusätzliche Schutzvorkehrungen. Die Unsicherheit über mögliche Sachbeschädigungen schwebt in der Luft, und die wirtschaftlichen Einbußen sind derzeit nicht bezifferbar. Viele Unternehmen haben noch keine Informationen über Umsatzeinbußen veröffentlicht, aber die Auswirkungen werden sich sicherlich über die gesamte Gipfelwoche erstrecken.

Die Herausforderung für die Gastronomie

Besonders für die Gastronomie wird es eine echte Herausforderung. Simon Brandt, Direktor des Genfer Branchenverbands für Cafés, Restaurants und Hotels, kritisiert den Entschädigungsfonds von sechs Millionen Franken. Dieser deckt nur Sachschäden ab, während Betriebsverluste und die Kosten für Schutzmaßnahmen nicht entschädigt werden. Komischerweise verzichten einige Gastwirte aufgrund fehlender Mittel auf Schutzmaßnahmen – ein gewagtes Spiel, wenn man bedenkt, was auf dem Spiel steht. Einige Restaurants planen sogar, am Tag der Demonstration zu schließen oder bleiben während der gesamten Gipfelwoche geschlossen. Das ist für die Gastronomie in einer Stadt wie Genf ein harter Schlag, zumal die Atmosphäre jetzt schon angespannt ist.

Die verschärften Grenzkontrollen könnten ebenfalls zu längeren Wartezeiten führen, was die Geschäftstätigkeit in den Restaurants und Cafés weiter beeinträchtigen könnte. Ein Teufelskreis, der sich da anbahnt. Man kann sich vorstellen, wie die Betreiber im Hinterkopf schon die Rechnungen für die nächsten Monate durchgehen – und das mit einem mulmigen Gefühl im Magen.

Blick in die Zukunft

Die Ergebnisse einer Umfrage unter Mitgliedern von Genève Commerces werden Anfang Juli erwartet. Vielleicht bringt das ein wenig Licht ins Dunkel, wer weiß. Aber bis dahin bleibt die Lage angespannt, und die Geschäfte sind gezwungen, sich auf das Schlimmste vorzubereiten, während sie gleichzeitig darauf hoffen, dass alles gut ausgeht. Die Unsicherheit ist ein ständiger Begleiter – und das in einer Stadt, die für ihre Weltoffenheit und ihren geschäftlichen Esprit bekannt ist. Bleibt zu hoffen, dass der G7-Gipfel nicht nur ein politisches, sondern auch ein wirtschaftliches Erfolgserlebnis für Genf wird.

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