Chronomat: Die Rückkehr einer Schweizer Ikone
Genf, 30. Juni 2026 – Auf der renommierten Uhrenmesse Watches and Wonders war die Aufregung groß. Breitling stellte eine komplett überarbeitete Version des berühmten Modells «Chronomat» vor. Diese Uhr hat eine faszinierende Geschichte, die bis in die späten 1970er Jahre zurückreicht, als Willy Breitling die Markenrechte an Ernest Schneider verkaufte. Schneider, der seit 1979 das Zepter bei Breitling schwang, stellte sich der Herausforderung, die Marke mit einem neuen Konzept zu retten. Das Ziel? Eine Uhr, die sowohl für Piloten als auch für Taucher und Segler geeignet ist – und das in einer Zeit, in der Quarzuhren die Branche dominierten.
Der «Chronomat» war mehr als nur ein Zeitmesser. Mit einem mechanischen Werk, das die Marke vor dem Untergang bewahrte, wurde er zum Herzstück von Breitling. Das Design des Chronographen war von Funktionalität geprägt: Schneider entwarf eine drehbare Lünette mit einem griffigen Rand, die sowohl im Alltag als auch im Jet-Cockpit elegant und robust wirkte. Interessanterweise wurde das Gliederarmband von Tennisball-Röhren inspiriert – eine geniale Verbindung von Ästhetik und Praktikabilität!
Ein Stück Geschichte für die Frecce Tricolori
Die Geschichte des Chronomat ist untrennbar mit dem italienischen Kunstflugteam Frecce Tricolori verbunden. Im Jahr 1982 suchten die Piloten nach einem neuen Chronographen, der nicht nur präzise war, sondern auch den Strapazen des Fliegens standhalten konnte. Schneider und sein Team entwickelten ein Modell, das die analoge Anzeige bevorzugte, denn im Notfall sind Batterien nicht immer verfügbar. Bei einem Treffen erfuhr Schneider von den Problemen mit Uhrengläsern, die beim Öffnen der Flugzeughaube zerbrochen wurden. Das Ergebnis? Ein cleveres Design, bei dem das Glas in die Lünette integriert wurde, geschützt durch vier Reiter an den Viertelstundenindizes.
Als die nummerierten Chronomaten 1984 an die Piloten der Frecce Tricolori ausgeliefert wurden, war das der Beginn einer neuen Ära für Breitling. In den 1990er Jahren kam der Durchbruch: Frauen begannen, Männeruhren zu tragen. Ein entscheidender Moment war, als Anna Wintour den Chronographen in der amerikanischen «Vogue» präsentierte. Plötzlich war der Chronomat nicht nur ein Werkzeug, sondern ein echtes Mode-Statement!
Ein neuer Chronomat – eine Ikone in Neuauflage
Heute kostet die neue Version des Chronomat ab 5100 Franken und ist mehr als nur ein Zeitmesser. Sie ist ein Symbol für Innovation und Tradition. Gerald Tubb hat die Geschichte des Chronomat in seinem Buch «Chronomat Story» festgehalten, das in drei Sprachen erhältlich ist. Die Leidenschaft, die hinter diesem Modell steckt, ist nicht nur in den technischen Details zu finden, sondern auch in der Art und Weise, wie es die Herzen der Menschen erobert hat. Es ist eine Uhr, die Geschichten erzählt und Erinnerungen weckt – eine wahre Ikone der Zeit.
