Das Freiburger Spital (HFR) hat im Dezember 2025 den Startschuss für einen bedeutenden Architekturwettbewerb gegeben, der Teil der umfassenden Strategie 2030 ist. Hierbei handelt es sich um das Projekt Zenith, das mit einem klaren Ziel vor Augen ins Leben gerufen wurde: die Herausforderungen der Gesundheitsversorgung im Kanton Freiburg zu meistern. Insgesamt 35 multidisziplinäre Teams haben ihre Dossiers eingereicht, aus denen eine Jury unter dem Vorsitz von Reto Gmür 15 Teams auswählte. Die Kriterien für diese Auswahl umfassten insbesondere die Erfahrung mit komplexen Bauprojekten im Spitalbereich.
Der Wettbewerb wird anonym durchgeführt, wodurch die Namen der teilnehmenden Teams nicht veröffentlicht werden. Nach Ablauf der gesetzlichen Beschwerdefrist von 20 Tagen gab es erfreulicherweise keine Einsprachen. In der ersten Phase des Wettbewerbs, die bis Anfang September 2026 dauern wird, müssen die Teams anonymisierte Dossiers und Modelle einreichen. Die Jury wird dann vier bis sechs Teams auswählen, die in die zweite Phase übergehen, unterstützt von Spezialisten aus dem Bereich.
Ein zukunftsorientiertes Krankenhaus
Das neue Spitalzentrum wird mit über 400 Betten, einschließlich Intensivpflege und Neonatologie, ausgestattet. Es soll nicht nur den aktuellen, sondern auch zukünftigen Anforderungen gerecht werden, insbesondere in Anbetracht der alternden Bevölkerung und dem Anstieg chronischer Erkrankungen. Um die Patientenpfade zu optimieren und die Arbeitswege des Personals zu verkürzen, wurde ein umfassendes Pflichtenheft erstellt, basierend auf Referenzstudien. Eine wichtige Innovation wird die Erhöhung der Operationssäle von 13 auf 15 sein, während ambulante Leistungen ebenfalls im neuen Spitalzentrum angeboten werden.
Die geplante Gesamtfläche von rund 120.000 m² wird großzügige gemeinschaftliche Bereiche wie Empfangshallen und Gänge beinhalten. Auch zusätzliche Flächen für Psychiatrie, Ausbildungszwecke und Nahversorgungsangebote sind vorgesehen. Die Organisation der Stationen wird flexibel gestaltet, mit Einzel- und Doppelzimmern, um den unterschiedlichen Bedürfnissen der Patienten gerecht zu werden.
Digitalisierung im Gesundheitswesen
Ein zentraler Aspekt des Projekts ist die Digitalisierung, die nicht nur die Patientenpfade, sondern auch die Berufsbilder im Gesundheitswesen nachhaltig verändern soll. Die zunehmende Bedeutung digitaler Gesundheitsanwendungen und Telemedizin wird in Zukunft eine Schlüsselrolle spielen. So zeigt eine Studie, dass Video-Sprechstunden in der Bevölkerung immer beliebter werden, was einen deutlichen Trend in Richtung digitaler Gesundheitsversorgung widerspiegelt.
Die Digitalisierung des Gesundheitswesens ist ein vielschichtiges Thema. Einerseits bietet sie Chancen zur Verbesserung der Effizienz und Patientenversorgung, andererseits wirft sie Fragen zu Datenschutz und der Qualität der Gesundheitsdaten auf. In Deutschland beispielsweise hat die Einführung der elektronischen Patientenakte bereits an Fahrt gewonnen und wird als zentraler Bestandteil der digitalen Transformation angesehen.
Das Projekt Zenith steht somit nicht nur für ein neues Spitalzentrum, sondern auch für einen Wandel im Gesundheitswesen, der allen Beteiligten zugutekommt. Die Entwicklungen werden nicht nur lokale Auswirkungen haben, sondern könnten auch als Modell für andere Regionen dienen. Es bleibt spannend, wie sich der Wettbewerb entfalten wird und welche innovativen Lösungen die teilnehmenden Teams präsentieren werden.