In Freiburg bahnt sich ein ganz besonderes Spektakel an: Ein Walfisch zieht um! Ja, richtig gehört. Das elf Meter lange, 1650 Kilo schwere Präparat des Naturhistorischen Museums Freiburg, ein über 170 Jahre alter Seiwal, wird Ende August seine neue Heimat an der Zeughausstrasse beziehen. Die Museumsverantwortlichen haben sich das Ganze wie eine „konservatorische, technische und logistische Herausforderung sondergleichen“ ausgedacht. Man kann sich das ja fast wie einen Umzug im Eigenheim vorstellen – nur dass hier der „Mieter“ schon ein bisschen älter ist und nicht gerade leicht aus dem Bett zu kriegen!
Der Umzug von diesem imposanten Exemplar, das 1852 in Le Havre strandete und 1882 ins Museum kam, wird eine Strecke von rund 600 Metern zurücklegen. Ob das nun ein gemütlicher Spaziergang oder eine schweißtreibende Aktion wird, bleibt abzuwarten. Die Museumsmitarbeiter müssen jedenfalls einige Wände aufbrechen, um das große Tier sicher zum neuen Standort zu bringen. Und das ist nur der erste Schritt: Ab 2026 wird der Wal das erste Objekt sein, das im neu gestalteten Museum präsentiert wird.
Ein Abschied mit Festlichkeiten
Doch bevor der Wal in sein neues Zuhause zieht, wird noch ordentlich gefeiert! Am 28. Februar 2026 findet ein Abschiedsfest unter dem Motto „Bis bald Baleine!“ statt. Das klingt doch nach einem feucht-fröhlichen Event, bei dem die Freiburger der alten Dame Lebewohl sagen können. Für kreative Köpfe gibt es sogar einen Wettbewerb: „Unser Wal im Miniaturformat“. Da kann jeder, egal ob jung oder alt, seine eigene Version des Wals basteln und einreichen. Die Abgabefrist läuft bis zum 8. Mai 2026, und die besten Werke werden im Museum ausgestellt. Ein schöner Anreiz, um sich mit dem Wal zu beschäftigen, während die großen Umzüge vorbereitet werden.
Die Planungen für den Umzug des gesamten Museums laufen schon seit einiger Zeit. Immer wieder gibt es Schließungen – die Säle der wirbellosen Tiere, Vögel, Fische und viele andere sind schon seit Juli 2023 geschlossen. Die Vorfreude auf die neue Dauerausstellung, die ab Ende 2028 zu sehen sein wird, wächst. Der Wal wird dann nicht nur ein weiterer Ausstellungsgegenstand sein, sondern ein Teil der Geschichte, die das Museum erzählt, und darauf können wir ein bisschen stolz sein.
Die Kunst des Bewahrens
Ein Umzug wie dieser ist mehr als nur eine logistische Herausforderung. Es ist auch eine Frage der Bewahrung. Museen haben die zentrale Aufgabe, materielle und immaterielle Werte für zukünftige Generationen zu erhalten. Und das geht nur mit den richtigen konservatorischen Maßnahmen. Man denke an die vielen Details: Temperatur, Licht und sogar die Auswahl der Materialien – alles muss stimmen, um Schäden zu vermeiden. Bei einem so einzigartigen Objekt wie dem Wal ist das besonders wichtig. Schließlich gibt es weltweit nur ganz wenige vergleichbare Exemplare.
Die Vorbereitung, die in den letzten Jahren getroffen wurde, ist nicht zu unterschätzen. Vom sorgfältigen Verpacken bis zur Restaurierung – alles muss geplant und dokumentiert werden. Es ist eine Kunst für sich, die leider oft im Hintergrund bleibt. Die Museumsmitarbeiter wissen, dass jede Maßnahme zählt, um den Wal und seine Geschichte zu bewahren.
Wir können gespannt sein, wie sich der Umzug des Wals entwickeln wird. Ein Stück Geschichte zieht um – und wir haben die Chance, ein Teil davon zu sein. Wer hätte gedacht, dass ein Wal so viel Aufregung mit sich bringen kann? Freiburg, mach dich bereit für den großen Auftritt!