In den nächtlichen Stunden, wenn die Stadt Freiburg schläft, beginnt für das Team der Freiburger Verkehrs AG (VAG) die eigentliche Arbeit. Ein unermüdlicher Einsatz, der oft im Verborgenen bleibt. Daniel Handschuh, ein erfahrener Mitarbeiter der Abteilung Fahrzeugservice, gehört zu den rund 40 tapferen Seelen, die in der Dunkelheit strampeln – und das seit 17 Jahren. Um kurz nach 21:30 Uhr beginnt seine Schicht. Während die meisten von uns in den Träumen schwelgen, rollt er die Ärmel hoch und macht sich an die Vorbereitungen für den nächsten Tag.

In dieser speziellen Nacht stehen 26 Straßenbahnen auf dem Programm, die alle pünktlich im Betriebsgelände der VAG eintreffen müssen. Handschuh hat die Aufgabe, die Tanks mit Bremssand zu kontrollieren und eine umfassende Überprüfung der Fahrzeuge durchzuführen. Während er mit geübtem Blick die Straßenbahnen inspiziert, erledigt er kleinere Reparaturen sofort – Glühbirnenwechsel hier, ein bisschen Reinigung da. Es ist eine Mischung aus technischem Know-how und einem Hauch von Handwerk, die ihn antreibt. Und das Wichtigste: die Verantwortung, zu entscheiden, welche Bahn am nächsten Tag einsatzbereit ist. Kommt es zu Sicherheitsbedenken, bleibt das Fahrzeug stehen und wird in die Werkstatt gebracht. Sicherheit hat oberste Priorität.

Nachts im Dienst der Mobilität

Der Reinigungsdienst kümmert sich um das Innere der Straßenbahnen, während Handschuh die Außenseite in Schuss bringt. Doch es sind nicht nur die technischen Aspekte, die seine Schicht prägen. Ein besonderes Augenmerk gilt auch der Ästhetik: Unerwünschte Aufkleber werden entfernt, aber einen Aufkleber des SC Freiburg lässt er an der Innenseite – eine kleine Hommage an die lokale Verbundenheit. Wenn er nach getaner Arbeit auf die leuchtenden Straßenbahnen blickt, hat er ein gutes Gefühl. Alle Fahrzeuge sind für den nächsten Tag bereit, was für ihn eine Art persönliche Mission erfüllt.

Jährlich nutzen etwa 80 Millionen Menschen die Straßenbahnen der VAG. Das macht den Job nicht nur wichtig, sondern auch herausfordernd. Die Verantwortung, die mit der Schichtarbeit im öffentlichen Nahverkehr einhergeht, ist enorm. Schichtarbeit ist Teil des Lebens in diesem Bereich, und die Mitarbeiter wechseln regelmäßig zwischen Früh-, Spät- und Nachtschichten – oft auch am Wochenende. Dabei ist Wechselschichtarbeit besonders belastend, was sich nicht nur auf den Körper, sondern auch auf die Seele auswirkt. Wer ständig zwischen verschiedenen Schichten jongliert, hat es nicht leicht. Die tariflichen Regelungen im Nahverkehr, wie Überstunden- und Nachtarbeitszuschläge, sollen zumindest ein wenig Ausgleich schaffen.

Die Herausforderungen der Nachtschicht

Doch die Herausforderungen hören hier nicht auf. Auch die gesundheitlichen Auswirkungen sind ein Thema. Schlafmangel und die ständige Umstellung des Biorhythmus können zu langfristigen Problemen führen. Beschäftigte im Schichtdienst sollten darauf achten, mit dem Betriebsarzt zu sprechen, wenn die Belastung zu hoch wird. Auch der Kontakt zum Vorgesetzten und der Personalrat können helfen, die Arbeitsbedingungen zu prüfen. Es ist essentiell, dass die Dienstpläne rechtzeitig bekannt gegeben werden, damit die Mitarbeiter sich auf ihre Schichten einstellen können. Und Änderungen sollten nur im absoluten Notfall vorgenommen werden.

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Am Ende des Tages – oder besser gesagt, am Ende der Nacht – ist es der Stolz, der bleibt. Stolz auf die geleistete Arbeit, auf die sauberen, einsatzbereiten Straßenbahnen und die Gewissheit, dass die Mobilität in Freiburg nicht zum Stillstand kommt. Durch die nächtlichen Anstrengungen wird der Grundstein für den kommenden Tag gelegt, und das ist nicht nur ein Job, sondern eine Herzensangelegenheit.