In Bern, der malerischen Hauptstadt der Schweiz, brodelt es auf dem Wohnungsmarkt. Es ist fast schon wie in einem Theaterstück, in dem die Protagonisten – von der FDP-Stadträtin Simone Richner bis hin zu den verzweifelten Wohnungssuchenden – um die Gunst der begehrten, aber knappen Wohnräume kämpfen. Richner, die Präsidentin des Hauseigentümerverbands, hat die Nase voll von neuen Vorschriften, die sie als Bremsklötze für den dringend benötigten Wohnungsbau sieht. Das Angebot ist rar, die Nachfrage hoch – ein klassisches Beispiel für ein Ungleichgewicht, das sich seit dem Anstieg von Homeoffice durch die Pandemie nur noch verschärft hat.

Die geforderten Bauauflagen und die zahlreichen Zielkonflikte – sei es in Bezug auf Energie- und Klimaziele, Lärmschutz oder Denkmalpflege – stehen als Hindernisse im Weg. Manchmal dauert es bis zu zehn Jahre, bis ein Baubewilligungsverfahren abgeschlossen ist. Diese langen Wartezeiten sind ein echtes Problem und können die Schaffung neuer Wohnungen erheblich verzögern. Zudem gibt es immer mehr Stimmen, die nach einem vielfältigen Wohnangebot rufen, das den unterschiedlichen Lebenssituationen und Einkommensverhältnissen gerecht wird. Ein wahrer Drahtseilakt!

Die Wohnraumsituation in der Schweiz

Die Lage ist nicht nur in Bern angespannt. Im gesamten Land wird der Wohnungsmarkt im ersten Halbjahr 2025 als verknappt beschrieben, und die Situation erinnert an die Wohnungsknappheit von 2014. Besonders Haushalte mit niedrigem Einkommen und dem unteren Mittelstand spüren den Druck. Während die Mietwohnungen im Bestand für etwa 80 Prozent der Mieterhaushalte bezahlbar sind, sieht es in städtischen Zentren wie Basel und Zürich düster aus. Hier sind lediglich gut 40 Prozent der angebotenen Wohnungen für diese Haushalte erschwinglich.

Die Probleme sind regional unterschiedlich ausgeprägt, wobei St. Moritz und große Städte zu den kritischsten Fällen zählen. Der Monitor Wohnungsmarkt hat zudem aufgezeigt, dass die Wohnkostenbelastung für Mieterhaushalte mit niedriger bis mittlerer Kaufkraft ansteigt. Wenn diese Haushalte sich heute um eine neue Wohnung bemühen würden, würde ihre durchschnittliche Belastung von 29,1 Prozent auf 35,7 Prozent des Einkommens klettern. Eine besorgniserregende Entwicklung, die vor allem jüngere Familien betrifft, die kaum die Möglichkeit haben, Eigentum zu erwerben.

Die Zukunft des Wohnungsmarktes

Wenn wir einen Blick in die Kristallkugel werfen, sieht es so aus, als würde der Wohnungsbau in den kommenden zwei Jahren nicht mit dem Wachstum der Haushalte Schritt halten können. Die Nachfrage nach Wohneigentum könnte sogar zurückgehen. Und während die Preise für Eigentumswohnungen und Einfamilienhäuser weiterhin steigen – im vierten Quartal 2025 um 4,5 Prozent beziehungsweise 5,3 Prozent – ist die Situation für Investoren alles andere als einfach. Statt in neue Projekte zu investieren, konzentrieren sie sich zunehmend auf Ersatzneubauten oder umfassende Sanierungen. Das trägt nicht zur Erweiterung des Wohnungsbestandes bei.

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Die geopolitischen Spannungen, ein starker Franken und steigende Energiepreise haben ebenfalls ihre Spuren hinterlassen. Die Schweizer Wirtschaft wird für 2026 nur ein moderates Wachstum von 1,1 Prozent vorausgesagt. In diesem Kontext wird die Schaffung von Wohnraum nicht leichter, und die Herausforderungen auf dem Wohnungsmarkt sind enorm. Die Politik kann nicht weiter tatenlos zusehen; es braucht pragmatische Lösungen, die sowohl die Interessen der Mieter als auch der Eigentümer berücksichtigen.

In Bern und darüber hinaus sind die Stimmen laut, die nach Veränderungen rufen. Die Bürgermeisterin und andere Verantwortliche müssen dringend handeln, um die Rahmenbedingungen für den Wohnungsbau zu verbessern. Denn eines ist klar: Wenn der Wohnraum weiterhin so rar bleibt, wird das Wohnen in der Stadt zum Luxus – und das kann sich nicht jeder leisten.