Die UBS plant eine bedeutende Expansion in den USA, trotz der drohenden schärferen Kapitalregeln, die Finanzministerin Karin Keller-Sutter angekündigt hat. Diese neuen Regulierungen sollen das Risiko für die Steuerzahler minimieren und fordern, dass systemrelevante Banken ausländische Beteiligungen vollständig mit hartem Kernkapital (CET1) unterlegen. UBS-Chef Sergio Ermotti und VR-Präsident Colm Kelleher haben jedoch große Ambitionen, in den USA zu den großen Playern aufzuschließen und das Wachstum durch den Kauf einer amerikanischen Bank zu erleichtern. Doch die neuen Regeln könnten diesen Prozess verteuern.

Die USA gelten als ein Wachstumsmarkt, auch wenn es in der Vergangenheit für Schweizer Banken dort Schwierigkeiten gab. Mit rund 25.000 Mitarbeitenden, darunter 5.700 Finanzberater, hat die UBS bereits eine substantielle Präsenz in den USA. Sie plant, sich von einem spezialisierten Vermögensverwalter zu einer Universalbank zu wandeln und möchte ab Ende 2027 auch Zahlungen, Privat- und Sparkonten sowie möglicherweise Kredite anbieten. Diese Expansion ist umso wichtiger, da die Konkurrenz in den USA profitabler ist und somit ein erhebliches Verbesserungspotenzial für die UBS bietet.

Kampf um die Loyalität der Finanzberater

Ein zentrales Thema bleibt der Kampf um die Loyalität der Finanzberater, die wertvolle Kundenbeziehungen besitzen. Die UBS hat bereits 2025 zahlreiche Finanzberater verloren und rechnet für 2023 mit Neugeldzuflüssen. Um ihre Berater zu halten, erhöht die UBS die Vergütungen und bietet hohe Antrittsprämien an. In einem intensiven Wettbewerbsumfeld ist die Größe entscheidend, um mithalten zu können. Daher plant die UBS primär organisches Wachstum in den USA, schließt jedoch Zukäufe nicht aus.

Finanzministerin Keller-Sutter setzt damit Druck auf die Amerika-Pläne der UBS und hat klar gemacht, dass die neuen Kapitalanforderungen auch in der Schweiz gelten sollen. Diese Maßnahmen könnten potenziell zu Spannungen führen, da Banken wie die UBS eine Balance zwischen Wachstumsambitionen und regulatorischen Anforderungen finden müssen.

Internationale Perspektiven und Regulierungsdebatten

<pInteressanterweise fordert der US-Finanzminister Scott Bessent tiefere Reformen des Finanzregulierungsystems und spricht sich gegen doppelte Kapitalanforderungen für Banken aus, die er als „fehlerhaft“ bezeichnet. Diese Überlegungen könnten die gesamte Landschaft der Bankenregulierung beeinflussen und möglicherweise auch die Pläne der UBS in den USA betreffen. Übermäßige Kapitalanforderungen belasten Finanzinstitute und verringern ihre Fähigkeit zur Kreditvergabe, was das Wachstum beeinträchtigen kann.

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Die Geldpolitik der Federal Reserve hat ebenfalls direkten Einfluss auf den Wert des US-Dollars, der als die am häufigsten gehandelte Währung weltweit gilt. Änderungen in der Zinspolitik können sowohl positive als auch negative Auswirkungen auf die Finanzmärkte haben. Bei Inflation über 2 % erhöht die Fed typischerweise die Zinsen, was dem US-Dollar zugutekommt, während eine Senkung der Zinsen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Dollar belasten kann.

Die Entwicklungen rund um die UBS und die regulatorischen Rahmenbedingungen werden weiterhin genau beobachtet. Ein Zusammenspiel aus lokalen und internationalen Faktoren wird entscheidend sein, um die Zukunft des Finanzgiganten in den USA zu gestalten und die Herausforderungen, die auf ihn zukommen, zu meistern.