In der letzten Zeit hat sich in der Schweiz ein ernstes Problem abgezeichnet: Der Mangel an Therapieplätzen im psychotherapeutischen Bereich ist alarmierend. Psychotherapeutische Behandlungen sind zwar gefragter denn je, doch die verfügbaren Stellen bleiben auf der Strecke. Politische Sparpläne und Tarifstreitigkeiten zwischen Therapeuten und Krankenkassen verschärfen die Situation noch weiter. Es ist, als ob man einen Marathon laufen möchte, aber ständig von Hindernissen aufgehalten wird.

Am 16. August 2025 fand in Bern eine große Demonstration statt, bei der etwa 5.000 Menschen unter dem Motto „Psychische Gesundheit für alle“ ihre Stimme erhoben. Die Beteiligung war bunt gemischt: Vertreter von Parteien wie SP, Juso und Grüne sowie Gewerkschaften und Gesundheitsorganisationen. Ein wichtiger Punkt: Die Therapeuten selbst waren aufgrund von Verhandlungen mit den Krankenkassen abwesend – ein trauriges Zeichen der aktuellen Lage. Die Botschaft der Demonstration war klar: Es braucht dringend Veränderungen!

Die Realität der Wartelisten

Aktuelle Probleme in der psychotherapeutischen Versorgung sind nicht zu übersehen. Patienten müssen oft lange auf einen Therapieplatz warten – bei Erwachsenen sind es durchschnittlich 3 bis 6 Monate, während Kinder und Jugendliche sogar bis zu 18 Monate auf Hilfe warten müssen. Diese Verzögerungen können fatale Folgen haben, da sie das Risiko einer Chronifizierung von psychischen Erkrankungen erhöhen. Es ist wie ein Schneeball, der immer größer wird, je länger man ihn rollen lässt.

Zusätzlich kommen politische Vorschläge ins Spiel, die eine Begrenzung auf 15 Therapiesitzungen vorsehen. Das klingt vielleicht gut, bedeutet aber in der Praxis bürokratische Hürden für Folgetherapien. Ein weiteres Problem ist die Einführung des Anordnungsmodells im Jahr 2022, welche selbstständigen Psychotherapeuten die Abrechnung über die Grundversicherung ermöglicht hat. Das hat zwar die Nachfrage erhöht, doch die Krankenkassen klagen über hohe Mehrkosten und fordern eine Senkung der Therapeuten-Tarife. Hier prallen zwei Welten aufeinander, und im Endeffekt leidet der Patient.

Forderungen und Lösungen

Die Initiative hinter der Demonstration hat klare Forderungen formuliert. Dazu gehören faire Bezahlungen für Therapeuten, der Abbau bürokratischer Hürden für Folgetherapien, sowie eine günstigere Ausbildung für Therapeuten, die bis zu 60.000 Franken kosten kann. Die Arbeitsbedingungen für Klinik- und Praxispersonal müssen ebenfalls verbessert werden, um eine Zweiklassenmedizin im Zugang zu psychischer Hilfe zu verhindern. Es ist ein Aufruf zum Handeln – und zwar sofort!

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Weltweit ist das Thema psychische Gesundheit von zunehmender Bedeutung. In Deutschland beispielsweise, wo ab April 2026 neue, niedrigere Stundensätze in der ambulanten Psychotherapie gelten, warnen Psychotherapeuten vor den Folgen: Dies könnte den Mangel an Therapieplätzen weiter verschärfen, da Praxen möglicherweise ihre Kapazitäten auf privat Versicherte verlagern, wo die Vergütung höher ist. Der Bedarf an Psychotherapie steigt nicht nur bei Erwachsenen, sondern auch bei Kindern und Jugendlichen, was durch die Corona-Pandemie und einen Anstieg des Cannabiskonsums bedingt ist. Die Zahlen sprechen für sich: Im Durchschnitt warten Hilfesuchende in Deutschland 142 Tage auf einen Therapieplatz.

Es gibt strukturelle Probleme, die Hilfesuchende und verfügbare Plätze nicht zusammenbringen. Städtische Gebiete bieten zwar eine höhere Dichte an Psychotherapeuten, aber das löst nicht das grundsätzliche Problem. Vorschläge zur Verbesserung der Versorgung sind dringend nötig, darunter eine gesonderte Bedarfsplanung für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten sowie mehr Gruppentherapie-Angebote. Das Bild ist also komplex und zeigt, dass der Handlungsbedarf enorm ist. Je länger wir warten, desto mehr Menschen bleiben auf der Strecke – und das ist einfach nicht hinnehmbar.