Heute ist der 25.05.2026 und in Bern steht ein spannender Wandel an. Ab Januar 2026 wird Milena Daphinoff als neue Präsidentin der Berner Innenstadtorganisation BernCity das Zepter übernehmen. Die 42-Jährige, die Mitglied der Mitte-Partei ist, bringt eine Menge Erfahrung mit. Nach drei Jahren als Vorstandsmitglied von BernCity und ihrer Zeit im Stadtrat sowie im Grossen Rat ist sie bereit, frischen Wind in die Innenstadt zu bringen. Doch was genau plant sie für die Stadt, die sie so gut kennt?
In BernCity, dem Interessenverband des Detailhandels, sind rund 250 Geschäfts- und Gewerbetreibende sowie Hauseigentümer vereint. Daphinoff liegt die Innenstadt besonders am Herzen. Sie weiß, wie wichtig die Belebung der Altstadt für die wirtschaftliche Lage ist. „Wir können nicht zulassen, dass Bern zu einer leblosen Altstadt wird“, sagt sie. Diese Leidenschaft hat sie auch in ihren vorherigen Rollen als Vizepräsidentin von KMU Stadt Bern und als Betreiberin eines eigenen Kommunikations- und Beratungsbüros gezeigt.
Eine kritische Stimme mit einem klaren Plan
Milena Daphinoff ist nicht nur eine leidenschaftliche Vertreterin des Detailhandels, sondern auch eine kritische Stimme im Stadtrat. Es ist kein Geheimnis, dass wirtschaftliche Argumente oft nicht den Stellenwert im Stadtparlament erhalten, den sie verdienen. Daphinoff möchte das ändern und plant, die Stimme der bürgerlichen Seite im rot-grünen Bern zu vertreten. Ihre Vorgänger, Sven Gubler, hat lange Zeit an Konzepten für den Wirtschaftsverkehr gearbeitet. Nun ist es an Daphinoff, darauf aufzubauen und auch Kompromisslösungen in Verkehrsfragen anzustreben.
Ein besonders heißes Eisen ist das geplante Ausbauprojekt für das Kunstmuseum Bern und die damit verbundene Hodlerstraße. Hier möchte Daphinoff aktiv mitgestalten, um die Publikumsfrequenzen in der Altstadt zu steigern. „Das sind keine leeren Worte“, sagt sie entschlossen. „Wir müssen Aktionen planen, um den Altstadt-Besuch attraktiver zu gestalten, wie etwa die Bern-City-Geschenkcard.“ Ein weiteres Thema, das ihr am Herzen liegt, ist die Kritik an der mangelnden Sauberkeit in der Stadt und die verspätete Einschaltung der Weihnachtsbeleuchtung.
Ein persönliches Engagement
Privat lebt Daphinoff mit ihrem Ehemann Tim Frey und ihren zwei Söhnen in Bern. Die Familie ist ihr wichtig, und ihr Engagement für die Stadt geht Hand in Hand mit ihren familiären Werten. Sie ist in Freiburg zweisprachig aufgewachsen und setzt sich für einen zweisprachigen Unterricht ein. Das zeigt, dass sie nicht nur an wirtschaftlichen Aspekten interessiert ist, sondern auch an der kulturellen und sozialen Entwicklung ihrer Stadt.
In ihrer neuen Rolle als Präsidentin von BernCity wird sie weiterhin für einen aktiven Austausch mit der Stadt Bern sorgen. „Wir brauchen eine pragmatische Partnerschaft“, sagt sie und nennt Stadtpräsidentin Marieke Kruit (SP) als mögliche Verbündete. Es bleibt spannend, wie Daphinoff die verschiedenen Interessen unter einen Hut bringen wird und ob ihre Pläne für die Innenstadt auf fruchtbaren Boden fallen. Eines ist sicher: Nach Jahren der Kontinuität wird sie frischen Wind in die Geschäfte und das Leben in der Berner Innenstadt bringen.