Heute ist der 5.06.2026, und während sich die Stadt Bern in einem bunten Treiben verhüllt, feiert der Schweizer Frauenlauf ein bemerkenswertes Jubiläum. Die Veranstaltung, die 1987 ins Leben gerufen wurde, hat sich über die Jahre hinweg zu einem festen Bestandteil der Schweizer Laufsportkultur entwickelt. Ursprünglich als politisches Statement für den gleichberechtigten Zugang von Frauen zum Laufsport gestartet, wurde der Frauenlauf schnell zu einer Plattform, auf der Frauen aller Altersgruppen und Hintergründe zusammenkommen, um ihre Leidenschaft für das Laufen zu teilen. Wer hätte gedacht, dass bei der ersten Austragung über 2300 Teilnehmerinnen die Erwartungen sprengen würden? Geplant waren ursprünglich nur 1200 Frauen! Das Ganze begann beim alten Wankdorf-Stadion und hat sich seither stark gewandelt.
Die Atmosphäre an einem solchen Tag ist einfach einzigartig. Über die Jahre hat sich der Lauf nicht nur als sportliche Herausforderung etabliert, sondern auch als Ort der Begegnung und kollektiven Erfahrung. Heute zieht der Frauenlauf Teilnehmerinnen von fünf bis über siebzig Jahren an, was einfach fantastisch ist. Und nicht zu vergessen: 2016 wurde ein Teilnehmerrekord mit über 15.000 Finisherinnen aufgestellt!
Ein Blick in die Geschichte
Man muss sich die Anfänge dieser Veranstaltung mal vorstellen. Vor der Gründung des Frauenlaufs lag der Frauenanteil bei großen Volksläufen zwischen 5 und 8 Prozent. Heute sind es fast 50 Prozent! Das ist ein gewaltiger Fortschritt, der zeigt, wie wichtig solche Initiativen sind. Und der Frauenlauf hat nicht nur die Zahlen verändert, sondern auch den Sport selbst. So stellte Lydia Cheromei 1997 einen Rekord auf, als sie als erste Frau unter 15 Minuten für 5 Kilometer lief. Ein echtes Vorbild!
Was die Strecken betrifft, so gibt es seit 2005 auch eine 10-km-Distanz, und sogar eine 15-km-Strecke für Walking und Nordic Walking wurde ins Leben gerufen. Das macht den Lauf noch vielseitiger. Für die Kleinen gibt es den Girls Sprint über 500 Meter und die Girls Mile über 1,6 Kilometer, die 2010 hinzugefügt wurde. Es ist einfach toll zu sehen, wie die jüngsten Teilnehmerinnen die Strecke erobern und dabei ganz große Augen machen.
Ein Event für alle
Der Schweizer Frauenlauf ist mehr als nur ein sportliches Event. Es ist eine Feier der Frauenpower! Die Veranstaltung ist ausschließlich für Frauen geöffnet und bietet Eliteläuferinnen eine Plattform, um sich zu beweisen, aber auch Hobbyläuferinnen die Möglichkeit, sich in einer unterstützenden Atmosphäre auszuprobieren. Die Strecke führt durch die wunderschöne Berner Altstadt und endet auf dem Bundesplatz – ein wahrhaft majestätischer Abschluss.
Und die Teilnehmerzahlen sprechen für sich: In den letzten Jahren haben sich die Zahlen kontinuierlich erhöht. 2025 nahmen rund 10.900 Frauen und Mädchen teil, darunter auch prominente Persönlichkeiten wie Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider. Ein Zeichen dafür, dass der Lauf nicht nur sportlich, sondern auch politisch und gesellschaftlich relevant ist.
Ein Blick über die Grenzen
Der Frauenlauf steht nicht allein da. In der globalen Sportgeschichte hatten Frauen lange Zeit mit Widerständen zu kämpfen. So wurde die Teilnahme von Frauen an den Olympischen Spielen bis in die 1960er Jahre systematisch bekämpft. Der Marathon für Frauen wurde erst 1984 bei den Olympischen Spielen in Los Angeles offiziell aufgenommen. Das macht den Frauenlauf in Bern noch bedeutender, denn hier wird nicht nur gelaufen, sondern auch ein Zeichen für Gleichstellung gesetzt.
Wenn wir zurückblicken, sehen wir die Entwicklungen im Frauenlauf und im Sport im Allgemeinen. Von den ersten Frauen, die sich gegen Ausgrenzung zur Wehr setzten, bis hin zu heutigen Rekordhalterinnen wie Brigid Kosgei, die den Frauen-Weltrekord im Marathon 2023 auf 2:11:53 Stunden festlegte – es ist eine beeindruckende Reise, die zeigt, wie weit wir gekommen sind.
Der Schweizer Frauenlauf wird 2026 ein Jubiläum feiern, das nicht nur Rückblick auf Erreichtes gewährt, sondern auch einen Ausblick auf die Herausforderungen der nächsten Jahre bietet. Denn die Relevanz dieser Veranstaltung für die Gleichstellung der Geschlechter im Sport bleibt unbestritten. Ein Hoch auf die Frauen, die laufen, träumen und kämpfen!