Die Stadt Bern hat mit einem wegweisenden Entscheid für die Dampfzentrale ein klares Zeichen gesetzt. Ab 2028 wird die Dampfzentrale weiterhin von der bisherigen Trägerschaft, dem Verein Dampfzentrale, geführt. Stadtpräsidentin Marieke Kruit gab diesen Beschluss am Donnerstag bekannt, und die Jury, bestehend aus neun Mitgliedern, entschied einstimmig zugunsten des Konzeptes «Plan D». Dieses Konzept vereint vier Sparten: Tanz und Performance, Musik, Diskurs und die dezentrale Kulturvermittlung, was für eine breite und spannende Angebotsvielfalt sorgt.

Die Dampfzentrale wird künftig 350 Tage im Jahr geöffnet sein und plant, niedrigschwellige Angebote für das Quartier zu schaffen. Besonders bemerkenswert ist der Wunsch des Vereins, versöhnlich mit kritischen Stimmen umzugehen und auch Menschen willkommen zu heißen, die sich bisher ausgeschlossen fühlten. In einer Zeit, in der Kulturorte oft als elitär wahrgenommen werden, ist dies ein erfrischender Ansatz, der das Miteinander im Quartier stärken soll.

Ein Übergangsjahr voller Veränderungen

Das Jahr 2027 wird als Übergangsjahr bezeichnet, in dem die bisherige und eine neue Co-Leitung gemeinsam arbeiten sollen. Dies folgt einem turbulenten Sommer, in dem der Vorstand aufgrund interner Konflikte zurücktrat und sieben neue Mitglieder übernahmen. Die Geschäfts- und künstlerische Leitung hat bereits angekündigt, das Haus Ende 2027 zu verlassen. Der Verein Auawirleben sowie das Projekt «Hannah Dampf» sind als Einspracheberechtigte in den Verhandlungen über den Leistungsvertrag involviert, die im Herbst beginnen werden. Der Stadtrat wird voraussichtlich Anfang 2027 über die Leistungsverträge entscheiden, die zunächst für drei Jahre abgeschlossen werden, bevor ab 2031 eine Gesamtsanierung des Gebäudes ansteht.

Die Stadt Bern beteiligt sich jährlich mit rund 2,4 Millionen Franken an der Dampfzentrale. Interessanterweise fließen etwa 520.000 Franken davon als Miete zurück an die Stadt. Diese Unterstützung zeigt das Engagement der Stadt, die kulturelle Landschaft aktiv zu fördern und zu gestalten. Gleichzeitig plant die Stadt, die bestehenden Ziele im Rahmen der Neuverhandlung anzuheben, um die Angebotsdichte zu erhöhen und die Dampfzentrale noch aktiver im Berner Tanzschaffen zu integrieren.

Ein Blick in die Zukunft

Mit der Entscheidung für «Plan D» wird der Grundstein für eine aufregende Zukunft gelegt. Die Dampfzentrale hat das Potenzial, sich zu einem kulturellen Knotenpunkt zu entwickeln, an dem sich verschiedene Kunstformen begegnen und neue Projekte entstehen können. Die Idee, Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen einzubeziehen, könnte dazu beitragen, die kulturelle Vielfalt in Bern weiter zu bereichern und ein breiteres Publikum anzusprechen.

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In einer Zeit, in der kulturelle Institutionen vor Herausforderungen stehen, ist es ermutigend zu sehen, dass die Dampfzentrale nicht nur auf Tradition setzt, sondern auch bereit ist, neue Wege zu gehen und sich den Bedürfnissen der Gemeinschaft anzupassen. Die kommenden Jahre versprechen spannend zu werden – sowohl für die Akteure als auch für die Besucher, die die Dampfzentrale als Ort der Begegnung und Inspiration erleben werden.