In Bern tut sich was – und das nicht nur in der politischen Arena! Die Stadt hat Pläne, die Velostationen rund um den Hauptbahnhof aufzufrischen und zu erweitern. Trotz der aktuellen Auslastung von nur etwa 50 Prozent im Jahresdurchschnitt, soll eine neue Velostation mit satten 675 Abstellplätzen für umgerechnet 12,5 Millionen Franken entstehen. Das klingt nach einer Menge Geld, aber die Stadt hat große Zukunftspläne. Immerhin rechnet man bis 2030 mit einem Bedarf von etwa 10.000 Veloabstellplätzen. Und ganz ehrlich, bei den vielen Velos, die täglich am Bahnhof zu sehen sind, ist das nicht wirklich überraschend.
Der Bahnhof Bern ist nicht nur ein Verkehrsknotenpunkt, sondern auch ein wichtiger Ausgangspunkt für viele Pendler und Stadtbesucher. Hunderte von Fahrrädern stehen tagtäglich im Umfeld – oft wild an Pfosten oder Bäume gekettet, was nicht gerade ein schönes Bild abgibt. Aktuell gibt es vier überdachte Velostationen, die an guten Tagen bis zu 70 Prozent ausgelastet sind. An weniger guten Tagen sinkt die Auslastung allerdings auf unter 20 Prozent. Die Meinungen zu diesem Thema gehen auseinander: Während SP-Stadtrat Lukas Schnyder vor einem Mangel an Veloparkplätzen warnt, hat SVP-Stadtrat Janosch Weyermann seine Zweifel an der Rentabilität einer Velostation mit nur 50 Prozent Auslastung. Verkehrsplaner Jurgen Mesman bleibt optimistisch und betont, dass die Nutzung der Velostationen zunimmt.
Neues aus dem Bahnhofsumfeld
Die neuen Bauvorhaben kommen nicht von ungefähr. In der Nähe des Bahnhofs hat sich in den letzten Monaten einiges getan. So wurde beispielsweise die Velostation Welle 7, die 2022 eröffnet wurde, zur größten ihrer Art mit 600 Plätzen. Und das Beste? Ab Sommer 2023 können die ersten 24 Stunden Gratisabstellen in den Velostationen Welle 7 und Postparc genutzt werden! Ein echter Gewinn für alle Radfahrer:innen. Laut Umfragen haben 40 Prozent der Nutzer:innen seit Einführung der Gratisnutzung ihr Velo dort abgestellt und sind neue Kund:innen geworden. Ein gutes Zeichen für die Stadt, die auch die Schließung der Velostation Milchgässli (mit 420 Plätzen) durch zusätzliche Plätze in der Umgebung kompensiert hat.
Aber auch der Gemeinderat ist aktiv und hat einen Kredit beantragt, um die Veloabstellpolitik zu unterstützen. Da fließt eine Menge Geld – konkret 407.402 Franken pro Jahr! Das entspricht einer monatlichen Bruttomiete von 35.906 Franken. Und während die Stadt an einem neuen Ausbau arbeitet, gibt es bereits fünf Velostationen im Umkreis des Berner Bahnhofs: PostParc, Milchgässli, Bollwerk, Schanzenbrücke und Welle 7. Und wer weiß, vielleicht wird es bald noch mehr geben?
Die Zukunft des Radverkehrs
Professor Alexander Erath hat die Sache gut auf den Punkt gebracht: Die Velostationen müssen auf die Spitzenzeiten der Nachfrage ausgelegt werden, auch wenn sie nicht immer voll ausgelastet sind. Schließlich gibt es immer weniger Platz für herrenlose Velos, und größere Velostationen könnten hier eine echte Lösung sein. Die Entscheidung über die Erweiterung der neuen Velostation wird im September von der Stimmbevölkerung getroffen. Man darf gespannt sein, wie die Berner:innen auf diese Pläne reagieren.
Am Ende ist es klar: Der Bedarf an sicheren und bequemen Abstellplätzen für Fahrräder steigt, und die Stadt Bern ist gewillt, diesem Bedarf gerecht zu werden. Die Velostationen sind ein wichtiger Teil der urbanen Mobilität und tragen dazu bei, den öffentlichen Raum für Fußgänger und Außenbestuhlung zu nutzen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation entwickelt, doch die Zeichen stehen gut für alle Radfahrer:innen in der Hauptstadt.