Nach über einem Jahrzehnt im Nationalrat verlässt die Berner Grüne Aline Trede ihre politische Bühne in Bern, um im Juni die Direktion für Inneres und Justiz im Kanton Bern zu übernehmen. Diese Veränderung beschreibt sie als einen melancholischen Abschied, der jedoch von Vorfreude auf ihre neue Rolle begleitet wird. Trede, die einen zentralen Platz im Nationalratssaal einnahm, schaut mit einem wehmütigen Lächeln zurück auf die Zeit, die sie dort verbracht hat. Der Wechsel in die Exekutive fühlt sich für sie an wie der erste Tag eines Studiums, in dem es neue Themen und ein spannendes Netzwerk zu entdecken gilt.
Die letzten Jahre im Nationalrat waren geprägt von positiven Erinnerungen, auch wenn Herausforderungen, wie das „Ellbögeln“ vor Wahlen, nicht ausblieben. Trede blickt stolz auf ihre Rückkehr nach ihrer verpassten Wiederwahl 2015, als sie den Sitz von Franziska Teuscher übernahm. Ihre Rolle als Fraktionspräsidentin ab Mai 2020 war ein weiterer Höhepunkt ihrer politischen Karriere. Trede wird den Austausch mit ihren Fraktionskollegen und anderen Ratsmitgliedern sicher vermissen, während sie sich gleichzeitig auf die neuen Herausforderungen in der Justizdirektion freut.
Ein Blick auf die politische Laufbahn
Aline Trede ist keine Unbekannte in der Schweizer Politik. Als Mitglied des Stadtberner Parlaments (Stadtrat) für das Grüne Bündnis von 2009 bis 2012, hat sie sich bereits früh für umweltfreundliche Themen eingesetzt. So war sie unter anderem Präsidentin des Vereins für menschenfreundlichere Fahrzeuge und des Trägervereins der Stopp-Offroader-Initiative. Zudem war sie von 2008 bis 2012 Vizepräsidentin der Grünen Partei der Schweiz und Koordinatorin der Jungen Grünen Schweiz. Ihre Rückkehr in den Nationalrat im Sommer 2018 und die Wahl zum ersten Mal direkt in den Nationalrat im Oktober 2019 sind nur einige Meilensteine ihrer beeindruckenden Karriere.
Mit ihrem Wechsel in den Regierungsrat des Kantons Bern wird Trede ihren Platz im Nationalrat am 31. Mai 2026 räumen. Andrea de Meuron wird für sie nachrücken. Trede hat nicht nur in der Politik, sondern auch im Sport ihren Fußabdruck hinterlassen. Im Juni 2024 wurde sie in den Zentralvorstand des Schweizerischen Fussballverbands gewählt, was zeigt, dass ihre Interessen weit über die Politik hinausgehen.
Der Abschied und die Zukunft
Für ihren Abschied plant sie einen Apéro, um sich von ihren Kollegen und der politischen Gemeinschaft zu verabschieden. Trede betont, dass sie nicht weit weg sein wird und sicher zurückkehren möchte. Ihre Zeit im Nationalrat wird sie als wertvolle Erfahrung mitnehmen, auch wenn sie Herausforderungen wie den politischen Wettbewerb nicht vergessen wird.
Für viele Frauen in der Schweizer Politik ist Trede ein inspirierendes Vorbild. Laut den aktuellen Statistiken des Bundesamts für Statistik sind Frauen in der Schweizer Politik weiterhin unterrepräsentiert. Trede hat sich stets für eine gerechtere Vertretung stark gemacht und wird mit ihrem neuen Amt in der Justizdirektion weiterhin eine wichtige Stimme für Gleichheit und Gerechtigkeit sein.
Für weiterführende Informationen über die Wahlbeteiligung und die Repräsentation von Frauen in der Politik können Sie hier nachlesen.