Heute ist der 17.06.2026, und in Basel gibt es gleich einen Grund mehr, sich zu freuen. Denn die Kunstkreditkommission Basel-Stadt hat entschieden: Die bildende Künstlerin Monika Dillier wird in diesem Jahr mit dem renommierten Basler Kunstpreis ausgezeichnet. Ein Preis, der seit 2013 unregelmäßig vergeben wird und für langjähriges, qualitativ hochwertiges künstlerisches Schaffen steht. Überraschung? Eher nicht! Dillier ist eine feste Größe in der Basler Kunstszene und hat sich mit ihrem vielseitigen Werk einen Namen gemacht.

Der Basler Kunstpreis ist mit 20.000 Franken dotiert, und da kann man schon mal ins Schwärmen geraten. Monika Dillier, geboren 1947 in Sarnen, ist eine Obwaldnerin, die seit Jahrzehnten in Basel lebt und arbeitet. Ihre Kunst umfasst Malerei, Zeichnung und auch installative sowie performative Formate. Ein Blick auf ihre Arbeiten zeigt oft Themen wie Körperlichkeit und die Verarbeitung von Medienbildern – ein echtes Spiegelbild unserer modernen Welt.

Künstlerische Prägung und Engagement

Aufgewachsen in der Innerschweiz, hat Dillier eine Ausbildung zur Zeichnungslehrerin an der Kunstgewerbeschule Luzern absolviert und ist dann 1969 nach Berlin gegangen, um an der Hochschule für Bildende Künste zu studieren. Der politisch-feministische Aufbruch der 60er und 70er Jahre hat sie stark geprägt. So organisierte sie 1979 die Frauenkulturwoche im Basler Stadttheater, wo die Bühnen-Performance „Damengöttinnen am Äquator“ uraufgeführt wurde. Ein Meilenstein, das kann man sagen!

Aber das ist noch nicht alles. Dillier ist Mitinitiatorin des «Ersten Manifests grosser und angesehener Künstlerinnen», das 1998 ins Leben gerufen wurde und 2019 als Performance aktualisiert wurde. Ihre Stimme in der feministischen Kunstszene ist unverkennbar. Zudem ist sie Mitglied der Künstlerinnengruppe Tischgespräche, die seit 2002 aktiv ist. Ihre Engagements und Ausstellungen erstrecken sich weit über die Grenzen der Schweiz hinaus – von Südafrika bis nach China und Argentinien. Man könnte sagen, sie hat die Welt bereist, nicht nur mit ihren Füßen, sondern auch mit ihrer Kunst.

Ein einzigartiges Gesamtwerk

Die Kunstkredit-Kommission würdigt Dilliers eigenständige Arbeit und ihr feministisches sowie kulturgeschichtliches Interesse. Ihre Arbeiten sind in verschiedenen öffentlichen Kunstsammlungen in der Schweiz vertreten. Ein Highlight war sicherlich ihre Kunst und Bau-Arbeit «Vier Himmelsrichtungen und der goldene Horizont», die zwischen 2013 und 2017 im Patio des Krematoriums auf dem Friedhof Hörnli realisiert wurde. Ein Ort, der durch ihre Kunst eine neue Bedeutung erhalten hat.

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Die Liste der Auszeichnungen, die Dillier im Laufe ihrer Karriere erhalten hat, ist lang. Besonders hervorzuheben ist der Performancepreis Schweiz 2019, den sie für die aktualisierte Version ihres Manifests erhielt. Ihre Werke werden oft als phänomenologische Erfassung der Wirklichkeit gesehen, die Themen wie Natur, Technik, Sexualität und Aggression behandelt. Ein tiefgehender Ansatz, der zum Nachdenken anregt.

Die Kunstkredit-Kommission für 2026 setzt sich aus verschiedenen Mitgliedern zusammen, darunter Kadiatou Nenein Diallo, Clemens Fellmann und Aja Huber, die den Vorsitz innehat. Bewerbungen für den Preis sind nicht möglich – die Kommission wählt die Preisträger:innen selbst aus. Ein klarer Hinweis darauf, dass es bei diesem Preis nicht um Quantität, sondern um die Qualität des künstlerischen Schaffens geht.

So wird Basel auch in diesem Jahr Zeugin einer künstlerischen Ehrung, die nicht nur Monika Dillier, sondern auch unserer lebendigen Kunstszene ein Stück weit mehr Glanz verleiht. Man kann nur hoffen, dass diese Auszeichnung auch andere Künstler:innen ermutigt, ihren eigenen Weg zu gehen und die Kunstszene weiterhin so facettenreich und spannend zu gestalten.