Heute ist der 5.07.2026 und die Hitze in Basel bringt die Schulen an ihre Grenzen. In den letzten Tagen haben Lehrerinnen und Lehrer von extremen Hitzebedingungen in den Klassenzimmern berichtet. Ein Schüler erlitt sogar einen Hitzeschlag – ein alarmierendes Zeichen, das die Verantwortlichen aufhorchen lassen sollte. Die Kinder sind müde, können sich kaum konzentrieren und fühlen sich einfach schlapp. Das Lernen wird zur Tortur, wenn der Raum wie ein Backofen wirkt.

Politikerinnen aus verschiedenen Parteien – SP, FDP und SVP – schlagen Alarm und fordern dringend mobile Klimageräte, Beschattung sowie bauliche Maßnahmen. Es ist kein Geheimnis, dass die meisten Schulzimmer in der Schweiz nicht klimatisiert sind. Auch an einem Gymnasium in Baselland gibt es nur einen einzigen klimatisierten Raum. Das ist nicht genug! Vor den Sommerferien war die Hitze oft schon vor der ersten Stunde spürbar. Die Schüler, die eigentlich voller Energie und Wissensdurst sein sollten, sind oft träge und ihre kognitive Leistung leidet erheblich.

Die Realität in den Klassenzimmern

Die Lehrerinnen und Lehrer sind frustriert. Statt einer vernünftigen Lösung erhalten sie lediglich einen Ventilator pro Klassenzimmer – ein hilfloses Mittel, das kaum Wirkung zeigt. Eine Lehrerin versuchte, durch das Öffnen der Fenster frische Luft hereinzulassen, doch die Hauswartung machte ihr einen Strich durch die Rechnung. Das ist nicht nur unpraktisch, sondern auch unverständlich. Die Forderungen nach klimatisierten Räumen oder zumindest schulfrei am Nachmittag für betreuungsbedürftige Kinder werden immer lauter. FDP-Grossrat David Jenny hat sich klar für die Einführung von Klimageräten ausgesprochen, während SP-Grossrätin Sasha Mazzotti systematische Analysen und Sanierungen der Schulhäuser sowie die Begrünung der Schulareale fordert. SVP-Politikerin Caroline Mall unterstützt die mobilen Klimageräte als kurzfristige Lösung, während sie gleichzeitig auf die Notwendigkeit langfristiger baulicher Anpassungen hinweist.

In den Schulen ist die Situation jedoch nicht nur unangenehm, sie kann auch gesundheitliche Risiken bergen. Hohe Raumtemperaturen senken die Aufmerksamkeit und erhöhen die Unfallgefahr. Ab 30 °C Raumluft sind laut ASR A3.5 „wirksame Maßnahmen“ erforderlich, und ab 35 °C gilt der Klassenraum ohne Spezialschutz als ungeeignet für den Unterricht. Das kann sich langfristig negativ auf die Abiturnoten auswirken, denn Kinder dehydrieren schneller als Erwachsene. Es ist also höchste Zeit, dass Schulen hier aktiv werden.

Rechtslage und Maßnahmen

Die Rechtslage ist eindeutig: Bei über 26 °C müssen ergänzende Schutzmaßnahmen geprüft werden, ab 30 °C sind Kurzstunden und Trinkwasser bereitstellen Pflicht. Bei über 35 °C muss der Unterricht verlegt oder die Räume geschlossen werden. Die sogenannte „26-30-35-Ampel“ ist eine einfache Methode, um die Temperaturen im Blick zu behalten. In anderen Bundesländern gibt es bereits Regelungen für Hitzefrei – da könnte Basel sich ein Beispiel nehmen. In Nordrhein-Westfalen etwa gilt Hitzefrei ab über 27 °C, während in Brandenburg der Unterricht bei Temperaturen über 25 °C nur bis max. 12 Uhr stattfinden darf.

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Es gibt viele Beispiele für erfolgreiche Hitzeschutzmaßnahmen in Schulen. Die Sport-Mittelschule Hauzenberg hat beispielsweise eine automatische Kühlung installiert, die die CO₂-Werte unter 800 ppm hält. Auch Fassadenbegrünung, wie am Wilhelm-Hauck-Gymnasium, kann dazu beitragen, die Raumtemperatur zu senken. Überall dort, wo Schulen proaktiv handeln, erfahren die Kinder eine spürbare Verbesserung ihres Lernumfeldes.

Der Handlungsbedarf ist also klar. Es ist an der Zeit, dass die verantwortlichen Stellen und Entscheidungsträger in Basel nicht nur reden, sondern auch handeln. Kinder sollten in einem gesunden und lernförderlichen Umfeld aufwachsen können. Die Hitze darf nicht dazu führen, dass die Schulen zum Brennpunkt der Sorgen werden.