Die Basler Dokumentartage, die nach einer siebenjährigen Pause endlich wieder stattfinden, versprechen ein aufregendes Festival der Transformation und Verwandlung. Vom 25. bis 29. März 2026 wird Basel zum Schauplatz eines außergewöhnlichen Theatererlebnisses unter dem Leitspruch „Verwandlung“. Dabei geht es nicht nur um die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Menschlichen und Widersprüchlichen, sondern auch um die aktive Teilnahme des Publikums.
Ein Highlight der diesjährigen Dokumentartage ist die Performance „Verwandlung“, bei der das Publikum mit einem alten VW Käfer, Schutzbrillen und Werkzeug ausgestattet, selbst zum Abrisskommando wird. Die Basler Regisseurin Cathérine Miville, die in Basel geboren wurde und nach einer Zeit in Deutschland zurückkehrte, reflektiert in ihrer Kunst die Lust am Kaputtmachen und die tiefere Bedeutung des Theaters. Ihre Kolumne „Ma ville“ widmet sich dem kulturellen Leben in Basel und beleuchtet die faszinierenden, aber auch abstoßenden Aspekte der Zerstörung in der Kunst.
Die Kraft der Transformation
Der künstlerische Leiter Boris Nikitin, der die Dokumentartage ins Leben rief, thematisiert in seinen Arbeiten Identität und Realität. In seiner Aussage spiegelt sich die Verwirrung wider, die viele in der heutigen Welt empfinden: „Wir sind eines Tages aufgewacht und merken, ‚What the fuck‘ ist mit dieser Welt passiert?“ Diese Fragestellungen fließen in die künstlerischen Arbeiten der Dokumentartage ein, die existentielle, zärtliche und vielschichtige Auseinandersetzungen mit der menschlichen Natur bieten.
Ein weiteres bemerkenswertes Stück ist die Inszenierung „Die Braut und Goodnight Cinderella“ von Carolina Bianchi, die am 25. März Premiere hat. Hier wird das Publikum Zeuge einer Regisseurin, die K.o.-Tropfen schluckt und das Bewusstsein verliert – ein eindringliches Beispiel für die Transformation auf der Bühne. Auch die Schweizer Erstaufführung von Becketts „Fin de partie“ als Oper wird Teil des Programms sein und das reichhaltige Kulturangebot Basels unterstreichen.
Ein Blick in die Zukunft
Die Basler Dokumentartage blicken auf eine erfolgreiche Geschichte zurück, die 2013 begann und bis 2019 jährlich stattfand. In diesem Jahr wird das Festival erneut ein bedeutendes Ereignis im Kalender der zeitgenössischen Theaterlandschaft. Die von Nikitin initiierte Veranstaltung thematisiert, wie Realität dargestellt und kommuniziert wird und setzt damit einen klaren Fokus auf transnationale Koproduktionen, die die lokale Theaterszene bereichern.
Die Ergebnisse der Performance „Verwandlung“ werden im Museum Tinguely ausgestellt, was den kreativen Prozess der Zerstörung in einen neuen, faszinierenden Kontext stellt. Miville sieht die Stärke der Kunst in der aktuellen Realität und vergleicht die Zerstörungsaktionen mit den Kunstwerken von Jean Tinguely aus den 60er-Jahren. Diese Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart schafft einen Raum für Reflexion und Diskussion über die Rolle des Theaters in unserer modernen Welt.
Die Basler Dokumentartage sind somit nicht nur ein Festival, sondern auch eine Liebeserklärung ans Theater selbst. Sie laden das Publikum ein, sich aktiv mit den Themen Verwandlung und Identität auseinanderzusetzen und einen neuen Schwung in der eigenen Fähigkeit zur Orientierung zu erleben. Die Vielfalt der Formate und die thematische Tiefe verleihen diesem Event eine unverwechselbare Note und machen es zu einem Highlight im kulturellen Leben Basels.
Für weiterführende Informationen und Details zu den Aufführungen besuchen Sie bitte die offizielle Seite der Basler Dokumentartage und das Interview mit Boris Nikitin.