In den letzten Jahren hat sich in Basel ein bemerkenswerter Trend vollzogen. Früher zogen junge Familien, voller Erwartungen und Träume, bei der Gründung ihrer eigenen kleinen Welt von der urbanen Hektik in die beschauliche Idylle des Umlandes. Doch mittlerweile sieht die Sache ganz anders aus. Immer weniger junge Familien verlassen Basel! Das hat Manuel Buchmann, Projektleiter beim Demografieunternehmen Demographic, beobachtet. Und es ist nicht nur ein Zufall: Basel-Stadt gehört zu den jüngsten Kantonen der Schweiz und zieht immer mehr junge Erwerbstätige, Studierende und internationale Zuwandernde an. Das hat seine Gründe – und die sind spannender als man denkt.
Ein Hauptfaktor für diese Trendwende sind die finanziellen Vorteile, die Basel bietet. Die tiefen Steuern im Vergleich zum Umland sind ein echter Anreiz. Und nicht zu vergessen die stark subventionierte Kinderbetreuung! Wer Kinder hat, der weiß, wie wichtig das ist. Seit der Reform von 2023 übernimmt der Kanton einen höheren Anteil der Betreuungskosten. Das bedeutet, dass Familien je nach Einkommen mehrere Hundert Franken pro Monat sparen können. Das klingt doch gut, oder? Vor 50 Jahren war Basel noch als „A-Stadt“ bekannt und litt unter Abwanderung und Defiziten. In den 70er-Jahren führte der wirtschaftliche Strukturwandel zu massiven Arbeitsplatzverlusten im Industriesektor. Doch alles hat sich geändert, ganz langsam, aber stetig. Die Erholung begann Ende der 1990er-Jahre durch politische Maßnahmen wie Stadtentwicklung, Wohnungsbau und Verkehrsberuhigung. Und voilà – jetzt bleibt Basel besonders bei jungen Menschen zunehmend beliebt.
Die Familie im Fokus
Ein Blick auf die Statistiken zeigt, dass die Familienstrukturen in der Schweiz vielfältig sind. Laut dem Bundesamt für Statistik leben in der Schweiz viele Familien in unterschiedlichen Konstellationen. Ob Alleinerziehende, Patchworkfamilien oder traditionelle Familien – die Vielfalt ist groß und spiegelt sich auch in der Stadt Basel wider. Die Zahl der Familien mit Kindern ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Das zeigt, dass Basel nicht nur als Arbeitsort, sondern auch als Lebensort immer attraktiver wird. Die Stadt bietet eine hohe Lebensqualität, die sich in den schönen Parks, der kulturellen Vielfalt und dem pulsierenden Leben widerspiegelt.
Die Zuwanderung spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle. Die Schweiz ist ein Einwanderungsland mit einer Nettozuwanderung von rund 95’000 Personen im Jahr 2025. Das ist zwar etwas weniger als der Rekordwert von über 100’000 im Jahr 2023, doch immer noch über dem langfristigen Durchschnitt. Besonders die deutsche, italienische und französische Gemeinschaft sind stark vertreten. Viele dieser Zuwanderer bringen frischen Wind und neue Ideen mit, was Basel zusätzlich belebt. Über 62% der Zuwanderung erfolgt aus EU/EFTA-Staaten, oft arbeitsmarktgetrieben. Das trägt dazu bei, dass die Stadt ein lebendiger Schmelztiegel verschiedener Kulturen geworden ist.
Ein Blick in die Zukunft
Die aktuelle Entwicklung in Basel gibt Anlass zur Hoffnung. Die Stadt hat sich von ihrer schwierigen Vergangenheit erholt und zeigt sich als Ort voller Möglichkeiten – für Familien, für junge Menschen, für alle, die das Leben in seiner bunten Vielfalt genießen möchten. Mit dem Fokus auf Stadtentwicklung und den Anreizen, die Basel bietet, könnte die Beliebtheit der Stadt weiter steigen. Das gilt es zu beobachten. Vielleicht sind wir schon bald Zeugen einer neuen Blütezeit für die Stadt am Rhein!