Heute ist der 20.05.2026 und die Stadt Basel trifft wieder einmal eine gewichtige Entscheidung. Der Kanton Basel-Stadt hat zwei große Areale im Kleinbasel erworben – die Rede ist von „Im Surinam“ und „Horburg“. Diese Flächen erstrecken sich über mehr als 50.000 Quadratmeter und wurden für einen hohen dreistelligen Millionenbetrag von einer Gruppe der UBS-Anlagestiftung gekauft. Über den genauen Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, aber es liegt im tiefen dreistelligen Millionenbereich.

Das Ziel dieser Investition? Bezahlbaren Wohnraum sichern und Einfluss auf den angespannten Wohnungsmarkt nehmen. Mit dieser Maßnahme soll der Anteil günstiger Wohnungen von derzeit rund 14 % auf 15 % steigen. Ein ambitioniertes Ziel wurde bis 2050 formuliert: 25 % der Wohnungen sollen erschwinglich sein. Finanzdirektorin Tanja Soland (SP) bezeichnet den Kauf als politisch gewollt. Doch wie so oft gibt es unterschiedliche Meinungen dazu.

Die politische Debatte und ihre Spannungen

Unterstützung für die Pläne gibt es von linken Parteien und Wohnbauorganisationen. Diese sehen den Kauf als ein wirksames Mittel gegen die Wohnungsnot und die ständig steigenden Mieten. Auf der anderen Seite wird die bürgerliche Kritik laut: Einige sprechen von einem zu starken Eingriff des Staates in den Immobilienmarkt, was private Investoren verdrängen könnte. Besonders die LDP fordert mehr Transparenz über den Kaufpreis und den baulichen Zustand der Liegenschaften.

Für die rund 600 Haushalte, die direkt von dieser Entscheidung betroffen sind, bringt das Ganze Unsicherheiten mit sich. Fragen über den Verbleib, mögliche Sanierungen und die zukünftigen Mieten stehen im Raum. Die Regierung hat jedoch betont, dass sie nicht vorhat, die Mieten höher anzusetzen, sondern diese stabil halten möchte. Eine langfristige Übernahme der Areale durch Wohnbaugenossenschaften ist geplant, allerdings wird das Ganze nicht von heute auf morgen geschehen. Die Ausschreibung für die Flächen startet erst 2027, die ersten Entscheidungen könnten frühestens ab 2029 fallen.

Verdichtung und ihre Herausforderungen

Ein zentraler Punkt der Diskussion ist die Verdichtung, die mehr Wohnraum schaffen soll. Doch hier lauern Spannungen und Ängste vor Verdrängung. Die Regierung plant, die Flächen im Baurecht abzugeben, wobei bestimmte Bedingungen für günstige Mieten und eine sorgfältige Quartiersentwicklung festgelegt werden sollen. Diese Idee bringt sowohl Hoffnung als auch Sorgen mit sich – insbesondere bei den Betroffenen, die um ihre Wohnsituation fürchten.

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Und während das Geschehen in Basel voranschreitet, werfen aktuelle Studien einen weiteren Schatten auf den Wohnungsmarkt. Eine Untersuchung der Fachhochschule Nordwestschweiz zeigt, dass staatliche Eingriffe oft genau das Gegenteil von dem bewirken, was sie erreichen wollen. Höhere Mieten und ein knapperes Wohnungsangebot sind häufig die Folge. Regulierungen schrecken institutionelle Anleger ab, die lieber in Renovierungen investieren als in Neubauprojekte. Das ist ein komisches Phänomen, das gerade junge Menschen, Zuzügler und Migranten hart trifft, die auf der Suche nach einer Wohnung sind.

Insgesamt zeichnet sich ein Bild ab, das nicht nur in Basel, sondern in vielen Städten der Schweiz zutrifft. Die Herausforderung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, bleibt bestehen. Die politischen Diskussionen über die Rolle des Staates im Wohnungsmarkt werden wahrscheinlich weitergehen, während die Menschen in Basel auf eine Lösung hoffen, die ihre Bedürfnisse ernst nimmt.