Heute ist der 26.04.2026 und die Atmosphäre in Appenzell Innerrhoden ist von Vorfreude und Spannung geprägt. Am kommenden Sonntag findet die Landsgemeinde statt, ein besonderes Ereignis, das die Tradition und die Bürgernähe des Kantons zelebriert. Traditionell versammeln sich die Stimmberechtigten am letzten Sonntag im April auf dem Landsgemeindeplatz. Der Tag beginnt um 9 Uhr mit einem festlichen Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Mauritius, geleitet von Bischof Beat Grögli und Pfarrer Lukas Hidber, der sogar live gestreamt wird, um auch denjenigen eine Teilnahme zu ermöglichen, die nicht vor Ort sein können.
Einblicke in die wichtigsten Geschäfte der Landsgemeinde gibt Manuel Fässler von der Appenzeller Zeitung in einem informativen Video. Auf der Agenda stehen unter anderem das Veloweggesetz, das Polizeigesetz und das Verwaltungsgerichtsgesetz. Besonders das Veloweggesetz sorgt für hitzige Diskussionen, da es die Nutzung von Wanderwegen mit Velos regelt und somit den Naturfreunden und Radfahrern in der Region am Herzen liegt.
Wichtige Personalien
Ein weiterer spannender Punkt ist der Rücktritt von Landammann Roland Dähler, der nach sieben Jahren in der Standeskommission sein Amt abgibt. In der Gerüchteküche wird Pius Federer als möglicher Nachfolger gehandelt, während auch der Name Kathrin Birrer als potenzielle Kandidatin kursiert, unterstützt von Privatpersonen über soziale Medien. Diese Personalwechsel bringen frischen Wind in die politische Landschaft des Kantons.
Die Aufgaben der Landsgemeinde sind vielfältig: Sie erlassen und revidieren die Kantonsverfassung und Gesetze, entscheiden über größere Finanzbeschlüsse und diskutieren jede Vorlage. Die Abstimmung erfolgt durch Hochhalten der rechten Hand, und bei Unsicherheiten wird eine Einzelzählung durchgeführt. Ein Verfahren, das nicht nur Tradition hat, sondern auch den Bürgern ein Mitspracherecht auf direkte Weise ermöglicht.
Kritik und Unterstützung
Trotz der starken Unterstützung der Bevölkerung für die Landsgemeinde gibt es auch kritische Stimmen. So wird bemängelt, dass der Zugang zur Versammlung für Kranke und Ortsabwesende ungerecht ist. Außerdem könnte die offene Stimmabgabe Geschäftsleute in ihrer Entscheidungsfreiheit einschränken. Dennoch ist die Mehrheit der Bevölkerung stolz auf dieses einzigartige System der Demokratie, das im Herzen des Appenzeller Landes verwurzelt ist.
Insgesamt steht die Landsgemeinde in Appenzell Innerrhoden nicht nur für eine lebendige Tradition, sondern auch für die aktive Beteiligung der Bürger an der Gestaltung ihres Lebensraums. Für die Stimmbürger ist es nicht nur ein politischer Termin, sondern auch ein gesellschaftliches Ereignis, das die Gemeinschaft stärkt und den Zusammenhalt fördert. Lassen Sie uns also gespannt auf die Geschehnisse am Sonntag blicken und die Stimmen der Bürger in dieser einmaligen Form der direkten Demokratie hören.