In den letzten Wochen haben die Menschen in Appenzell Innerrhoden ihre Gewässer mit sorgenvoller Miene beobachtet. Die Trockenheit hat uns fest im Griff, und die Wassertemperaturen schießen in die Höhe. In den Bächen ist es teilweise heißer als in einem Sommerbad – über 25 Grad! Das ist für die Bachforelle und ähnliche Arten alles andere als ein Schlaraffenland. Diese Fische sind echte Frostbeulen und fühlen sich bei Temperaturen zwischen 10 und 16 Grad am wohlsten. Wenn die Sonne gnadenlos scheint und das Wasser zu warm wird, sind drastische Maßnahmen gefragt.

Genau das hat das Amt für Jagd und Fischerei auf den Plan gerufen. In einer Art Notaktion wurden Fische aus drei Bächen abgefischt und in die Sitter umgesetzt, wo die Bedingungen für sie erträglicher sind. Mit viel Geschick wurden zwischen 300 und 500 Fische pro Bach gerettet. Der Pöppelbach und der Steintobelbach waren unter den Betroffenen. So werden die sensiblen Schwimmer vor Hitzestress bewahrt – denn die können bei Temperaturen über 25 Grad ernsthaft in Gefahr geraten. Im Sämtisersee gilt jetzt ein Angel- und Badeverbot, um die Fische nicht zusätzlich zu stressen. Die Wassertemperaturen sind hier ebenfalls heikel, und die Empfehlungen sind klar: lieber die Beine stillhalten als die Fische unnötig zu belasten.

Die Waldbrandgefahr steigt

Aber nicht nur die Gewässer haben mit der Trockenheit zu kämpfen. Auch die Wälder sind betroffen. Ab dem 27. Juni gilt ein Feuerverbot in Waldgebieten und deren Nähe, und die Gefahrenstufe für Waldbrände wurde auf Stufe 3 angehoben – eine mögliche Erhöhung auf Stufe 4 ist nicht ausgeschlossen. Das ist ein ernstes Zeichen! Wenn man durch die Wälder streift, kann man die trockenen Äste und das knisternde Laub förmlich spüren. Die Natur ist im Moment im Stress.

Es gibt jedoch einige Gewässer, die besser mit der Hitze umgehen können. Naturnahe Bäche und Flüsse mit Schatten und einer guten Struktur sind resilienter. Sie bieten den Fischen einen Rückzugsort. Karpfen erfreuen sich an den steigenden Temperaturen, während die kälteempfindlichen Arten wie Bachforelle und Äsche leiden. Wenn die Temperaturen über 20 Grad steigen, wird es für diese Fische kritisch. Hitzestress kann nicht nur ihr Wachstum und Verhalten beeinträchtigen, sondern auch ihre Anfälligkeit für Krankheiten erhöhen. Das ist ein Teufelskreis, aus dem es schwer ist, wieder herauszukommen.

Empfehlungen für Angler und Naturfreunde

<pFür alle Angler und Naturfreunde gilt: Achtet auf die Wassertemperaturen, insbesondere an warmen Tagen! Die kleinen Flüsse wie Ilme und Mühlenkanal haben mit ähnlichen Temperaturproblemen zu kämpfen. An solchen Tagen ist es ratsam, lieber die Angelrute in der Früh auszupacken, wenn das Wasser noch etwas kühler ist. Die ideale Angelzeit liegt nämlich am Vormittag, wenn die Temperaturen im Fluss noch im erträglichen Bereich sind.

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<pDie aktuelle Situation zeigt uns einmal mehr, wie verletzlich unsere Gewässer und die darin lebenden Tiere sind. Es ist an der Zeit, dass wir alle Verantwortung übernehmen und die Natur schützen. Auch wenn wir manchmal in Versuchung geführt werden, einen Tag am Wasser zu verbringen – es ist wichtig, den Fischen und der Umwelt zuliebe, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Bleibt also achtsam und genießt die Schönheit der Natur, aber immer mit einem respektvollen Abstand!