Am 18. Juni 2026 wurde in der Wyburg in Herisau ein bemerkenswerter Moment für die junge Ukraine-Integration gefeiert. Sofiia Shtohryn, eine 20-Jährige mit einer eindrucksvollen Geschichte, wurde mit dem Jugendanerkennungspreis des Lions Clubs ausgezeichnet. Ein Preis von über 2000 Franken, der nicht nur für ihre Leistungen, sondern auch für ihren unermüdlichen Einsatz für die Integration von Flüchtlingen steht. Die feierliche Überreichung fand in Anwesenheit von Präsident Jacques Oberli, Angehörigen des Lions Clubs und der Familie von Sofiia statt – ein kleiner, aber feiner Kreis, der sich zusammenfand, um diesen besonderen Anlass zu würdigen.

Sofiia kam im Alter von 15 Jahren ohne Deutschkenntnisse nach Hundwil. Man kann sich gut vorstellen, wie herausfordernd das gewesen sein muss! Aber sie sprach bereits gut Englisch und besuchte eine bilinguale Klasse, was ihr den Einstieg erleichterte. Eine prägende Figur in ihrem Leben war ihre Russischlehrerin an der Kantonsschule Trogen, die sie nicht nur sprachlich, sondern auch emotional unterstützte. Ihre Maturaarbeit, die sie auf Russisch verfasste, befasste sich mit einem Thema, das ihr sehr am Herzen liegt: der Integration von ukrainischen Flüchtlingen in Appenzell Ausserrhoden. Sofiia hebt hervor, wie wichtig der Austausch zwischen Flüchtlingen und Schweizer Kindern ist. Und das Ergebnis? Alle interviewten Kinder sprechen nun Schweizerdeutsch – das ist doch ein schöner Erfolg!

Der Weg zur Integration

Aktuell lebt Sofiia in einer WG in Herisau und studiert Betriebswirtschaft an der Universität St. Gallen. Ein beeindruckender Schritt für eine junge Frau, die viele Hürden überwinden musste. „Harte Arbeit und Sprache sind die Schlüssel zur erfolgreichen Integration“, sagt sie und spricht damit vielen aus der Seele. René Schoch, der Hauptinitiator des Jugendanerkennungspreises, hat sie als würdige Gewinnerin nominiert. Und verdient hat sie es allemal – ihre Geschichte ist ein Beispiel dafür, dass Integration nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance sein kann.

Doch was bedeutet Integration eigentlich im Schweizer Kontext? Die Schweizer Integrationspolitik zielt darauf ab, Ausländerinnen und Ausländer erfolgreich in die Gesellschaft zu integrieren. Dabei stehen gegenseitige Achtung und Toleranz im Vordergrund. Die Chancengleichheit in allen Lebensbereichen ist ein zentrales Anliegen. Die Verantwortung dafür tragen nicht nur der Bund, sondern auch die Kantone und Gemeinden. Eine gemeinsame Integrationspolitik bildet die Basis, wobei Regelstrukturen wie Schule und Arbeitsmarkt eine zentrale Rolle spielen.

Die Finanzierung dieser Programme erfolgt über kantonale Integrationsprogramme (KIP), um diese wichtigen Strukturen zu unterstützen. Es ist eine gemeinschaftliche Anstrengung, die zeigt, wie wichtig es ist, dass jeder in der Gesellschaft einen Platz hat. Sofiia Shtohryn ist ein lebendiges Beispiel dafür, wie Integration gelingen kann – mit Engagement, Unterstützung und einem Schuss Mut. Ihre Geschichte wird sicher noch viele inspirieren, und das ist vielleicht das wertvollste Geschenk von all dem.

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