Heute ist der 28.04.2026. Im malerischen Appenzell Ausserrhoden wird ein ganz besonderes Kapitel in der Geschichte des Pestalozzi-Kinderdorfs gefeiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde dieses Kinderdorf in Trogen, Appenzell, ins Leben gerufen, um kriegsversehrten Kindern aus Europa eine neue Heimat zu bieten. Eines dieser Kinder war der 18-jährige Erich Baader, der aus Ungarn fliehen musste, um sein Leben zu retten. Seine Geschichte ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie das Kinderdorf nicht nur Lebensräume schuf, sondern auch Zukunftsperspektiven eröffnete.

Die Flucht Baaders war nicht einfach. Im Jahr 1956 schloss er sich der ungarischen Revolution an, was ihn in große Gefahr brachte. Die Sorge seiner Mutter um sein Leben führte dazu, dass sie ihn zur Flucht drängte. Gemeinsam mit seiner Tante und deren Kindern landete er in einem Auffanglager bei Wien, wo er von dem Pestalozzi-Kinderdorf erfuhr. Am 9. November 1956 fand die Familie schließlich sicheren Hafen in Trogen.

Ein neuer Lebensweg

Baader, der gut Deutsch sprach, fand schnell Anschluss und integrierte sich in die Gemeinschaft. Er half beim Bau eines Fußballplatzes und erkundete begeistert die Umgebung. Dank der Unterstützung des Dorfleiters konnte er eine Lehrerausbildung in der Schweiz absolvieren, die er 1959 am Lehrerseminar in Bern abschloss. Seine Reise führte ihn nicht nur zu einer soliden beruflichen Laufbahn als Lehrer, sondern auch zu einer neuen Heimat, in der er sich einbürgern ließ, heiratete und zwei Söhne bekam.

Seine Leidenschaft für die Musik führte ihn später zurück ins Pestalozzi-Kinderdorf, wo er als Musiklehrer tätig wurde. Auch nach seiner Pensionierung blieb das Kinderdorf ein zentraler Teil seines Lebens. Baader kehrte nach Ungarn zurück, um das Haus seiner verstorbenen Mutter zu übernehmen, doch die Erinnerungen und die Verbindungen zum Kinderdorf blieben stark. Im Rahmen des 80-Jahr-Jubiläums studiert er mit Kindern Lieder in verschiedenen Muttersprachen und gibt damit etwas zurück, was ihm einst geschenkt wurde.

Ein internationales Hilfswerk

Das Pestalozzi-Kinderdorf ist nicht nur ein Rückzugsort für Kinder in Not, sondern auch ein internationales Hilfswerk, das sich in zwölf Ländern für den Zugang zu Bildung für benachteiligte Kinder engagiert. Diese Mission zeigt sich nicht nur in der Geschichte von Erich Baader, sondern auch in den unzähligen Lebensgeschichten, die hier ihren Anfang genommen haben. Die nachhaltige Wirkung, die das Kinderdorf auf die Lebenswege dieser Kinder hat, ist unverkennbar und beeindruckt bis heute.

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Die Geschichte von Erich Baader und dem Pestalozzi-Kinderdorf ist ein eindrucksvolles Beispiel für Hoffnung, Neubeginn und die Kraft der Gemeinschaft. Hier, in Trogen, wird deutlich, wie wichtig es ist, Kindern in Krisensituationen eine Perspektive zu bieten und sie auf ihrem Weg zu unterstützen. Das Kinderdorf bleibt ein Ort, an dem Träume wachsen und das Leben neu gestaltet werden kann.